THULCANDRA - Ascension Lost

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VÖ: 30.01.2015
Bandinfo: THULCANDRA
Genre: Black Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

THULCANDRA sind wohl den meisten Metallern ein Begriff. Seit dem Debutalbum sind mittlerweile auch schon fünf Jahre ins Land gezogen, da kommen die Münchner mit „Ascension Lost“ um die Ecke. Als DISSECTION-Gralshüter gestartet, fanden Fronter Steffen Kummerer (auch OBSCURA) und das Gebrüderpaar Ludwig (HELFAHRT) auch gleich ihr Zielpublikum. Nämlich jene, welche dem 2006 freiwillig aus dem Leben geschiedenen (musikalisch wohl über jeden Zweifel erhabenen) Irrlicht Jon Nödtveidt an den Lippen hingen und auch die Hochklassigkeit von Combos wie NECROPHOBIC zu schätzen wußten. Melodischer, atmosphärisch dichter Black/MeloDeath Metal war seitdem angesagt und wurde auch gekonnt und hochklassig inszeniert. Dies gilt bis heute, wenngleich sich die Bayern auf „Ascension Lost“ immer mehr emanzipieren können.

Die Trademarks sind zwar immer noch in gewohnter Weise vorhanden, doch versucht der Vierer immer öfter, aus dem großen, dunklen Schatten der Schweden zu treten und die eigene Version der vertonten Dunkelheit weiterzuentwickeln. Die melancholische Schwere und ein urwüchsiger, rabiater Spirit lastet weiterhin auf den Kompositionen, die - von melodischen Gitarren und Harmonien getragene - stimmungs- und hoffnungsvolle Höhenflüge vollziehen und ihre Mächtigkeit entfalten können. Geerdet vom charmant-dumpfen Drumming (den Drumsessel besetzt mittlerweile SECRETS OF THE MOON´s Erebor) und dem ansprechenden Gekeife von Steffen Kummerer gefällt auch das dritte Album der Süddeutschen.

Geschickt pflanzen die Vier im akustischen Dunkel der Nacht ihre hell lodernden Fackeln auf, welche dem Hörer den Pfad durch die nächtlichen Schneestürme weisen. Die ewigen Verweise auf DISSECTION werden nicht so schnell vom Tisch sein, auch artworktechnisch ziehen sie das Reminiszenz-Ding mit großem Durchhaltevermögen durch und knallen einem das dritte Necrolord-Cover in Folge ins Gesicht, das konsequenterweise wieder in Blau gehalten ist. THULCANDRA machen keinen Hehl aus ihrer Affinität und Verehrung für die die Black/Death-Verquickung der übermächtigen Vorbilder, vielmehr zelebrieren sie in jeder Minute Spielzeit (groß dabei vor allem der Eröffnungstrack). Das neue Album der deutschen Hüter der schwarzen Flamme ist vollgepackt mit epischen, frostigen Hymnen, die immer mehr Wege finden, ihr eigenes Profil zu schärfen.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (26.01.2015)

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