NECROWRETCH - With Serpents Scourge

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VÖ: 16.02.2015
Bandinfo: NECROWRETCH
Genre: Death Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Das Debüt "Putrid Death Sorcery" von NECROWRETCH ließ im Jahre 2013 den Old-School-Underground ja mächtig die Ohren spitzen, für nicht wenige waren die Franzosen ein nicht zu überhörender Schlag in den modrig-stinkenden Matsch deathmetallischer Ursuppe, irgendwo zwischen ASPHYX und NIHILIST, sowie Black Metal positioniert. Hehre Ziele verfolgte die Band, Eingefleischte folgten ihnen und garantierten Liveauftritte wie etwa auf dem kultigen englischen EVIL LIVE-Festival. Nach einer Compilation mit Demo- und Mini-Stuff scharrt nun die neue, animalisch-anachronistische Prügelorgie mit den Hufen. "With Serpents Scourge" kocht alles auf, was die Extremschiene hergibt. Ein brodelnder Cocktail aus lodernden Höllenfeuern, bestialischem Gestank, modrigen Gruften, einem gnadenlosen Gehörnten, ewiger Verdammnis, ausschweifender Perversion und grausamen Qualen gärt vor sich hin und entwickelt dabei seine betörend-giftigen Dämpfe.

Das Trio lässt eine ganze Horde an Biestern von der Kette, dennoch sind NECROWRETCH dem Sumpf, in den sie einst hineingeboren wurden, entstiegen. Verantwortlich dafür ist die viel klarere Produktion, welche statt dem dumpfen Grabescharme, dessen wuchtig-erdige Aura einen einst vereinnahmte, ein viel transparenteres Soundbild verewigt. Kein Nachteil, immerhin kann so die tödliche Treffsicherheit des Dreiers ihre Verwüstungskraft voll entfalten. Zudem wurden auch die Black-Metal-Regler ein wenig hinaufgefahren, wodurch ein noch rasanterer und in Kombination mit der klareren Produktion präziserer Death/Black-Bastard, dem noch eine Prise Thrash untergeschoben wurde, gedeihen kann. Zu den bisherigen Death-Metal-Vorbildern gesellen sich mehr und mehr Combos wie NECROPHOBIC, NAGLFAR, WATAIN und Black-Metal-Geblaste. Von Beginn an ("Black Death Communion") regiert das Tiefschwarz, rabiate Verwüster wie der bärenstarke Titeltrack oder das folgende "Feast Off Their Doom" legen davon Zeugnis ab. Das hemmungslose "Even Death May Die" konnte man ja schon auf der Ende letzten Jahres veröffentlichten Single (mit SLAYER´s "Black Magic" auf der B-Seite) kennenlernen.

Heftige Eruptionen wie "By Evil And Beyond" und "The Bells Of Evil Schism" rasieren einfach drüber, aufgelockert durch Gitarrenmelodien und mächtige "Headbang"-Teile (der Begriff "Groove" ist bei der einschlägigen Klientel ob seiner modernen Konnotation ja verpönt) wie etwa in "He Thrones On Thy Sins". Mainman Vlad mimt den wildgewordenen, keifenden Kettenköter, dissonant-melodisches Riffing und Trommelfeuer-Drumming besorgen den Rest. Nach dem ersten Vorgeschmack mit dem Debüt ist das zweite Album ein geiler und sehr dynamisch geratener Ausbruch an soundtechnischer Extremität geworden, eine echte Eskalation schierer tonaler Gewalt und Brutalität, die mit jedem Hördurchgang noch mehr an majestätischer Macht, zerstörender Kraft und faszinierender Ausstrahlung gewinnt und dennoch noch nicht an der Spitze angekommen ist. NECROWRETCH fressen kleine Kinder, garantiert!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (24.02.2015)

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