Trauma - Rapture And Wrath

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VÖ: 27.02.2015
Bandinfo: TRAUMA
Genre: US Power Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

TRAUMA kennen wohl nur die hartnäckigsten US-Metal-Afficionados bzw. jene Klientel, die möglicherweise bei irgendeinem hoch spezialisierten METALLICA-Quiz glänzen möchte. OK, der Reihe nach: TRAUMA gründeten sich 1981, waren am Metal Massacre II Sampler im Jahr 1982 vertreten und auf dem ersten Demo der Truppe zupfte niemand geringerer als Cliff Burton den Bass. Beim Debütalbum „Scratch And Scream“ (1984 via Shrapnel Records) war Burton aber schon bei METALLICA tätig und die TRAUMA-Bande löste sich ein Jahr später gleich einmal auf.

Im Jahr 2013, also 31 (!!!) Jahre nach Gründung, gaben Sänger Donny Hillier, Drummer Kris Gustofson, sowie die beiden Neuzugänge Kurt Frey (Guitar) und (seit 2014) ex-DUBLIN DEATH PATROL-Basser Steve Robello ihr Comeback. So kommt es nun auch zum Kuriosum, dass TRAUMA nach mehr als drei Dekaden ihr zweites Album nachschieben und die auf Underground-Bands spezialisierte PURE-STEEL-RECORDS-Schmiede aus Deutschland übernahm gleich mal die Agenden für das Quartett.

„Rapture And Wrath“, so nennt sich der Rundling, ist eine leicht zwiespältige Angelegenheit geworden. Die Produktion (vor allem im Schlagzeugbereich) hätte eindeutig mehr Wumms vertragen, ein Song wie „Egypt“ ist ob seiner Biederkeit schon von Beginn an zum Scheitern verurteilt und auch „Don't Tread On Me“ quillt nicht gerade über vor Ideenvielfalt. Und warum die Band einen Modern-Metal-angehauchten Track wie „The Walking Dead“ auf dem Album platzieren musste, weiß wohl nicht mal Sänger Donny Hillier, der übrigens (da lügt einmal der Promo-Zettel nicht!) wie eine Kreuzung aus Geoff Tate und Bruce Dickinson tönt und obendrein eine leichte Mark Shelton-Note ins Spiel bringt.

Andererseits haben TRAUMA aber auch wirklich geile Songs verbraten. Herzstück des Albums sind die beiden längsten Tracks: Die wirklich beeindruckende Halb-Ballade „The Long Way Home“ und das ebenfalls mit etlichen Akustik-Passagen ausstaffierte, aber ansonsten deutlich in Richtung Kautz-Metal meets IRON MAIDEN tendierende „Pain“. Cool auch das „Ain’t Talkin‘ Bout Love“-inspirierte Grundriff von „Kingdom Come“, das flotte „Ubnder The Lights“, sowie der mit drückende Rausschmeißer „Too Late“.

Die alten Herren haben auch drei Jahrzehnte nach ihrem letzten musikalischen Lebenszeichen nichts verlernt. Die schon auf „Scratch And Scream“ vertretenen Tugenden (US-Metal mit hohen, präzisen Vocals und einer doch spürbaren NWoBHM-Schlagseite) findet man allesamt auch auf den zehn neuen Songs wieder, sodass man das Comeback, auch mit den erwähnten leichten Abstrichen, durchaus als gelungen bezeichnen darf. Und jetzt ab aufs KIT, Metal Assault oder Headbangers Open Air mit der Bande!

Anthemic melodies and catchy hooklines



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Reini (22.02.2015)

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