DEATH WOLF - III: Östergötland

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VÖ: 08.12.2014
Bandinfo: DEATH WOLF
Genre: Dark Rock
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Morgan Steinmeyer Hakansson hat bekanntlich ein nicht gerade kleines Faible für Geschichte, und da insbesondere für den Ersten und Zweiten Weltkrieg. Nicht von ungefähr heißt das neue Album seiner Hauptcombo MARDUK "Frontschwein" und befasst sich unter anderem mit der Tragik der einfachen Soldaten, dem Kanonenfutter der Schützengäben. Mit seiner Nebenbeschäftigung DEATH WOLF gräbt er indes tief in der eigenen Muttererde, steht doch die schwedische Provinz Östergötland für ihn in erster Linie für tiefe Verwurzelung und Heimatgefühl. Dass das Thema dann doch nicht ganz ohne martialische Geschichts-Referenzen auskommt, manifestiert sich in einzelnen Songs wie "1658" oder "Marching South", ansonsten geht es textlich zwar auch nicht gerade flockig-locker zu, das wäre bei der schwerfälligen Mucke von DEATH WOLF aber sowieso eher nicht zu erwarten und eigentlich gänzlich unpassend.

Mit ihrer dritten Scheibe (rechnet man die Vorgängercombo DEVIL'S WHOREHOUSE mal nicht dazu) sind die Schweden mittlerweile ein gutes Stück weit von ihren Wurzeln als SAMHAIN/MISFITS-Plagiat entfernt und gut unterwegs in Richtung Eigenständigkeit. Entrückt und einsam wie die schwedische Landschaft tönt auf "Östergötland" eher Doom Metal mit gelegentlichen Black-Metal-Schlenkerern vom Polycarbonat, dem eine ziemliche Tristesse innewohnt, ein Wehgefühl, teils schmerzende Gedanken an die Heimat, teils De-Facto-Geschichtsunterricht wie bereits erwähnt. Was auffällt, wenn man die beiden Vorgänger "Death Wolf" (2011) und "Black Armoured Death" (2013) kennt: der Punk ist fast gänzlich aus dem Schaffen der Todeswölfe gewichen, manifestiert sich allerhöchsten noch in den beiden ganz kurzen Knüppel-Tracks "Wall Of Shields" und "Black Sunlight". Sänger Valentin "Maelstrom" Mellström vollbringt gesanglich zwar keine Salti, verleiht mit seinem weinerlich-verschrobenen Organ den Songs aber noch zusätzlich Tiefe und die nötige Portion Horror.

Das schleppende "Stegeborg" oder der ebenfalls schwerfällig einher rollende Monolith "Carrion Lord" (wunderschön orakelt Maelstrom hier "It's the beginning of the end"...)können so eine ganz eigene Stimmung erschaffen, die wenige Bands dermaßen dicht und nachdrücklich zusammenbringen. Da sticht das an klassischen Metal angelehnte "Today King, Tomorrow Dead" mit seiner fast schon überbordenden Melodik dann doch ein wenig aus dem sich ewiglich drehenden Sog aus mantraartig wiederholten, unumstößlich eiserenen Gitarrenriffs. Erwähnenswert sind auch noch das solide "Thorntree" und der teilweise sehr ruhige Titelsong, der mehr Moll-Akkorde beinhaltet als so manche Wagner-Oper. Der Platte fehlen aber die Dreh- und Angelpunkte, zu einheitlich sind die Songs teilweise, wenn auch einheitlich auf hohem Niveau. DEATH WOLF sind zwar eigentlich immer noch ein "Projekt", aber irgendwie doch schon viel mehr: keine Band aus dem Norden bekommt die unterkühlte Stimmung momentan so schön und authentisch hin. Ich empfehle einen ausgedehnten Spaziergang im winterlichen Wald kurz vor Einbruch der Dämmerung - dann bekommt "Östergötland" nochmal eine ganz eigene Urkraft.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (14.02.2015)

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