THE NEAL MORSE BAND - The Grand Experiment

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VÖ: 13.02.2015
Bandinfo: THE NEAL MORSE BAND
Genre: Progressive Rock
Label: Inside Out Music
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Lineup  |  Trackliste

Nach der Veröffentlichung des Solowerks „Songs from November“ sowie neuen Alben mit FLYING COLORS und TRANSATLANTIC innerhalb des vergangenen Jahres, hätte sich Neal Morse eigentlich eine längere Pause verdient, um die kreativen Akkus wieder aufzuladen. Untätigkeit scheint aber nicht unbedingt zu den liebsten Beschäftigungen von Mr. Morse zu gehören, weshalb er einfach ein Album mit THE NEAL MORSE BAND aufgenommen hat.

Willige Mittäter findet Multiinstrumentalist Morse in seinen alten Mitstreitern Mike Portnoy (Drums) und Randy George (Bass), Gitarrist Eric Gillette und Keyboarder Bill Hubauer komplettieren die Besetzung. „The Grand Experiment“ enthält nicht wie gewohnt ausschließlich vom Meister selbst vorgefertigte Songs, sondern wurde von der Gruppe über große Teile gemeinschaftlich komponiert - ein frischer Zugang, der dem Album ein besonderes Bandflair verleiht. Schon die ersten Töne des mehrstimmigen Vokalsatzes des Openers „The Call“ sorgen für wohlige QUEEN-Reminiszenzen, bevor die instrumentale Achterbahn Fahrt aufnimmt und die Instrumentalfraktion losprogged als gäbe es kein Morgen. Gitarren, Bass, Keyboard - im 4 minütigen Instrumentalintermezzo bekommt jedes Instrument genug Raum und darüber thront Drummer Portnoy, der es wie kein anderer versteht mit kleinen klanglichen Akzenten auch im kompaktesten Melodiengewirr präsent zu sein. Beim folgenden „The Grand Experiment“ handelt es sich um eine Art Hitsingle, denn der unwahrscheinlich eingängige Midtempo-Song lässt den Hörer mit seinem synkopierten Riff und dem mehrstimmigen Refrain nicht mehr los. Phänomenale Vokalsätze wie sie wohl nur gemeinschaftlich erarbeitet werden können, sind generell das herausragende Merkmal von „The Grand Experiment“, wie der mehrstimmige Lead-Gesang der Ballade „Waterfall“ besonders eindrucksvoll beweist. Der relativ geradlinige Rocker „Agenda“ bildet eine Art soliden Anker, bevor es im obligaten, überlangen Stück „Alive Again“ (26:45) wieder hemmungslos zur Sache geht. Ein herrlich melodischer, getragener Beginn gepaart mit einer melancholischen Atmosphäre bildet den Ausgangspunkt zu einer Progressiv-Rock-Lehrstunde, die nach diversen Wechseln im Lead-Gesang in einem brillant orchestrierten Finale gipfelt.

„The Grand Experiment“ ist ohne zu übertreiben ein erstes würdiges Highlight des noch jungen Jahres. Neal Morse unterstreicht einmal mehr seine herausragende Stellung im Progressiv Rock und beweist zu welchen Höchstleistungen er auch im für ihn ungewohnt gemeinschaftlichen Kollektiv der neuen „THE NEAL MORSE BAND“ fähig ist.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Michael Walzl (13.02.2015)

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