Elder - Lore

Artikel-Bild
VÖ: 27.02.2015
Bandinfo: Elder
Genre: Stoner Rock
Label: Stickman Records
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

ELDER are Back! So könnte ein Aufkleber verlauten lassen, wenn vom Label ein Aufkleber der Güte Soll-Kaufreiz-Enfachen auf das CD-Case gebracht worden wäre. Nachdem selbstbetitelten „Elder“ (2008) und „Dead Roots Stirring“ (2011) bringen die drei Amis nun mit dem einfach betitelten „Lore“ ihr drittes Heavy-Psych-Rock-Album heraus.

Schwere Gitarren und Melodien, dazu Krautrock, Prog, Classic Rock und Doom-Einflüsse sind schon seit 2005 Markenzeichen der Band. Doch was die Jungs auf ihrem neuen Langspieler so an Riffs runterpfeffern, ist schon ganz großer Hörgenuss. Gerade die vielfältigen und sich immer wieder verändernden Songstrukturen lassen auch ausladende zehnminütige Nummern (der kürzeste Song auf „Lore“ ist mit neuneinhalb Minuten lang: „Deadweight“) nicht langweilig werden.

Gleich zu Beginn fahren ELDER ihre ganze Vielseitigkeit auf. „Compendium“ ist eher eine im Hard Rock verwurzelte Nummer als Stoner Rock und sucht sein Heil in der Flucht nach vorne. Gelegentlich werden psychedelische Parts zum Träumen eingestreut, bevor einem ein Hard-Rock-lastiger Part zurückwirft. Während „Compendium“ noch wie von der Hornisse gestochen drauflosrockt, ordentlich die Drums quält und pfeilschnell durch die Lauschlappen zieht, drosseln die Jungs bei „Legend“ ordentlich das Tempo und gestalten zu Beginn eine ganz ordentliche psychedelische Mid-Tempo-Nummer, die immer mal wieder an STONED JESUS erinnert.

„Lore“ bewegt sich im Mittelteil fast schon auf minimalistischen Pfaden und überzeugt gerade durch diesen ausgedehnten Moment der Stille. Ein Moment, als würde man in tiefster Nacht in den wolkenfreien, dunklen Himmel blicken und versuchen die Sterne einzufangen – einfach traumhaft. „Deadweight“ überrascht mit seiner Klanggestalt. Psych Rock mit einen ganz eigenen Instrumental-Flow. Beginnt kalt, wird wärmer und endet irgendwo weit entfernt im ORANGE GOBLIN-Strom.

Die letzte Nummer der Platte, „Spirit At Aphellion“, ist dank seiner weiten musikalischen Landschaft die Nummer, die sich am längsten in meinen Lauschlappen festbeißen konnte. Der, zumindest die ersten zwei Minuten lang, positiv und hoffnungsvoll, weit entfernt von den Doom-Einflüssen, klingende Song liegt irgendwo zwischen Summer-In-The-City-Feeling oder einem netten Nachmittag an einem Waldsee. Nach dem verhaltenden Einstieg stampft die Nummer ordentlich nach vorne. Überrascht immer wieder mit ruhigen Momenten, coolen Riffs und Hard-Rock-lastigen Parts. Die musikalische Achterbahnfahrt der Platte.

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „Spirit At Aphellion“



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: inhonorus (04.03.2015)

WERBUNG: Uzziel
ANZEIGE
WERBUNG: Rock Shock Theatre
ANZEIGE