Theories - Regression

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VÖ: 20.03.2015
Bandinfo: Theories
Genre: Death Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

Als man NAPALM DEATH-Schlagzeuger Mick Harris fragte wie er Grindcore beschreiben würde, verwies er auf den genretypischen, zermalmenden Bass und gleich destruktiv lassen es die Nachwuchswüstlinge von THEORIES angehen. Es schnallt und scheppert so aus den Boxen, dass man es mit der Angst zu tun bekommt, man könnte doch selbst der Nächste sein, der hier unter die Panzerketten kommt, doch alles der Reihe nach. THEORIES, das sind vier krawallverliebte Amis aus Seattle, die es sich zur Aufgabe gemacht haben wieder frischen Wind in die Grindcore-Szene zu bringen. Auf der anderen Seite des Teichs feiert die Kombo seit 2011 beachtliche Erfolge, tourt quer durchs Land und beehrte schon die unterschiedlichsten Festivals und jetzt wirft man uns via Metal Blade Records das erste Langeisen mit dem Titel "Regression" über den Atlantik, um auch hierzulande menschliches Hackfleisch zu produzieren.

Thematisch geht es ungeschönt zur Sache, düstere Zukunftsvisionen vom Zerfall der Staatsstrukturen, Bürgerkrieg und Degeneration der Menschlichkeit stehen im Mittelpunkt von "Regression", vorrausgesetzt irgendein Humanoid ist fähig, das gutturale Gegrunze von Fronter Lee McGlothlen zu verstehen. Tiefgründige Sozialkritik aus der Vorhalle des Schlachthofes, wo die Schweine panisch ums Überleben quieken. War der sozialkritische Ton schon immer eine Eigenart des Grind und ist er der Entwicklung aus dem Hardcore Punk geschuldet, so bringen THEORIES instrumental doch Eigeninitiative in ein doch in den letzten Jahren etwas angestaubtes und im Tross der Beliebigkeit steckengebliebenes Genre. Unter brachialen Blastbeats jenseits von Gut und Böse versteckt man gekonnt melodische Gitarrenparts, okay ein Klangbild wie in einer Verdi-Oper stellt sich zwar nicht ein, doch die Abwechslung macht die Orgie des Zerstückelns zu einem durch und durch delikaten Happen. Apropos anatomisch korrektes zerlegen: "Bathing In Pigs Blood" setzt brachiale Maßstäbe in Sachen chaotischer Destruktion und mit "Swimming In Mud" zeigt man, dass Grind auch eine ganz unbekannte Komponente aufweisen kann. Der Song groovt doch tatsächlich ordentlich vor sich hin und macht Appetit auf mehr Experimente in diese Richtung und bestätigt, dass THEORIES eindeutig den richtigen Ansatz für eine zeitgerechte Interpretation des Genre gewählt haben.

Jeder der auf fettes Geknüppel mit Grunzfaktor steht, sollte sich "Regression" unbedingt gönnen. Selten hat ein Grindcore-Album in den letzten Jahren so vernichtet, wie das Debüt der Amis... Naja, die letzte NAPALM DEATH-Scheibe namens "Apex Predator" (zum Review) ausgenommen, aber diese Band läuft sowieso außer Konkurrenz.

Anspieltipps:
- Cycle Of Decay
- Bathing In Pigs Blood
- Swimming In Mud



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Laichster (15.03.2015)

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