Blues Pills - Blues Pills Live

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VÖ: 20.03.2015
Bandinfo: BLUES PILLS
Genre: Blues Rock
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Die BLUES PILLS waren und sind eine der Durchstarter der letzten Zeit. Am Retro-Puls der Zeit agierend und am Großteil der doch zahlreichen Mitbewerber im Eiltempo vorbeiziehend, vermochte die Band sogar die harten Metal-Kerle zu begeistern. Egal ob auf Open Airs oder in kleineren Venues, das Auditorium wurde ob des nur so sprühenden Charmes mitgerissen und begeistert. Vor allem in den kleineren Locations konnte man den Spirit und die Aura aufgrund der Präsenz und Nähe zur Band, sowie der das intensive Konzertereignis abrundenden Lichtshow perfekt aufsaugen. Auf der letzten Tour konnte auch in hiesigen Landen der Coup gelandet werden, die PILLS trotz teilweise nötig gewordenen, größeren Locations in einen überschaubaren Club zu locken (zum Livereport aus Innsbruck). Wer seine Liveerlebnisse noch präsent hat, darf sich ohnehin glücklich schätzen, für alle anderen bringt die Combo um Frontfrau Elin Larsson nun ein Livealbum auf den Markt, um die Erinnerungen revitalisieren und konservieren zu können. Wer noch nicht in den Livegenuss gekommen ist, sollte sich dieses Schmankerl ohnehin nicht entgehen lassen. Für manchen mag es vielleicht befremdlich wirken, nach drei EPs (davon ja schon die „Live At Rockpalast“-Mini) und dem Debütalbum gleich einen Livedreher unters Volk zu bringen. Geschäftliches Kalkül, die Nutzung der Gunst der Stunde, was auch immer dahinter stecken mag, es möge sich jeder seine eigene Meinung bilden, klar ist, dass das Teil laut Plattenfirma streng limitiert ist und nicht nachgepresst wird.

Den Fans wird es ohnehin egal sein, kommen sie doch in den Genuss einer knappen Stunde (bzw. eines kompletten Gigs) organisch-warmen Rock-Sounds, der sein Seelenheil in den 70er-Jahren gefunden hat. Vor dem geistigen Auge sieht man eine liebreizende und bezaubernde, teils betörende, Elin Larsson über die Bühne tänzeln und schweben oder einen fragilen Dorian Sorriaux seine Gitarre streicheln, den Blues trägt die Band ja ohnehin schon im Namen. Apropos Bandname... man erfährt in den Zwischenansagen beispielsweise auch, wer als der Originator desselben gilt. Es handelt sich dabei um den Veranstalter ebenjenes "Freak Valley"-Festivals, bei dem dieser Livedreher im Mai 2014 mitgeschnitten wurde. Insofern schließt sich der Kreis, abgerundet von passend-vollmundigem Sound und einem fetzigen Psychedelic-Albumcover darf jeder Anhänger dieser schwedisch-französich-amerikanischen Allianz, die noch immer noch zu den Garanten wie Hoffnungsträgern erdiger, emotionsgeladener Rockmusik zählt, einen vollständigen Livedreher in die Sammlung einverleiben. Ein wenig mehr hörbare Publikumsresonanz hätte der Scheibe noch einen zusätzlichen Kick verpasst.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (17.03.2015)

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