PRONG - Songs From The Black Hole

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VÖ: 27.03.2015
Bandinfo: PRONG
Genre: Metal
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste

Kaum feiert das letzte, bärenstarke Studioalbum "Ruining Lives" Jahresjubiläum, beschert uns Tommy Victor schon das nächste Geschoß. Zur allgemeinen Verwunderung handelt es sich dabei um ein Album mit Coverversionen, die es allerdings in sich haben, sowohl in puncto ausgewählter Songs, als auch hinsichtlich der Originalinterpreten. Schon der Albumtitel “Songs From The Black Hole” läßt erahnen, woher der Wind weht. Tommy Victor stammt ja aus New York, kein Wunder also, dass er sich als große thematische Klammer den urbanen Verfall, die tumbe Trostlosigkeit und die wachsende Unsicherheit in derartigen Molochen als kreativen Input erkoren hat, ist doch seine Heimatstadt prädestiniert dazu, ein Motiv für einen solchen, lose konzeptionell angelegten Dreher abzugeben. Maßgeblichen Anteil daran hat das Artwork, das zur vollen Zufriedenheit des Mainmans umgesetzt wurde.

Folgerichtig tönen diese zehn Songs auch stimmungsmäßig aus dem "Schwarzen Loch". Und wie bereits angerissen, kommt auch die Bandauswahl nicht von ungefähr. Wir haben es fast ausschließlich mit Bands zu tun, welche zum Gutteil die musikalische Herkunft von Victor zeigen, zudem etwas zu mitzuteilen haben und dies mithilfe des Vehikels Punk/Hardcore auch lautstark getan haben. Teils politisch motiviert, jederzeit gesellschaftskritisch, mit humoristisch-ironischem Unterton oder auch "Mitten-in-die-Fresse" lärmten die Combos gegen das Establishment, Kapitalismus und soziale Mißstände an, Bands mit Attitüde eben. Mit dem DISCHARGE-Cover erfolgt sogleich auch ein grandioser Einstieg in diese Verneigung vor den Originatoren. "Doomsday" ist ein echter Brecher und munter geht es weiter mit der Zeitreise, welche primär durch die Achtziger führt. Die ohnehin schon geilen Originale von KILLING JOKE und BLACK FLAG klingen im PRONG-Gewande noch einmal um eine Hausecke druckvoller und wuchtiger. Das griffig umgesetzte "Goofy´s Concern" der kaputten BUTTHOLE SURFERS klang schon im Original schön nölig-lärmig, wohingegen die ADOLESCENTS- und HÜSKER DÜ-Stücke wie auch der FUGAZI-Track von den Protagonisten hart-drückend nach vorne getrieben sowie schwer elektrifiziert wurden.

Noch einmal richtig spritzig-flott wird es mit "Banned In D.C." von den BAD BRAINS, bevor der letzte Track, NEIL YOUNG´s ruhiges "Cortez The Killer", PRONG-style adaptiert wird. Fällt soundmäßig ebenso wie zuvor schon die SISTERS OF MERCY, deren "Vision Thing" gut umgesetzt wurde, ein wenig aus dem Rahmen. Das Coveralbum ist auch vom visuellen Aspekt her eine in sich schlüssige Angelegenheit, mit dem Mastermind Tommy Victor sowohl seinen Helden huldigen, wie auch eine gleichsam angeschrammelte Vertonung der Themenaspekte und Probleme in den sozialen Brennpunkten der seelenlosen Metropolen, die u.a. unter zunehmender Verelendung, Verfall und Verrohung zu leiden haben, umsetzen kann. Nicht immer haben Coveralben so viel Sinn gemacht wie das vorliegende, das sowohl vom visuellen Konzept, den ausgewählten Bands und Songs als auch von der Umsetzung her absolut gelungen ist und wohl mehr als nur eine reine akustische Verehrung der musikalischen Helden und Einflüsse darstellt.



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (20.03.2015)

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