MIST - Inan'

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VÖ: 08.05.2015
Bandinfo: MIST
Genre: Doom Metal
Label: Soulseller Records
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Lineup  |  Trackliste

Die neue Vintage/Stoner Welle brachte vor allem eines hervor, viel Schrott und verzichtbare Bands die zwanghaft so klingen wollen wie Mitte der 1970er Jahre und dabei selbst ungewollt, trotz vorhanden Potentials, zur Parodie einer gesamten musikalischen Epoche verkommen. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel und eine dieser gut versteckten, glänzenden Perlen ist MIST, die bis vor kurzen noch All-Girl-Band überzeugt 2013 mit einem Demo-Tape so manche kritische Stimme und es folgten Auftritte quer durch Europa und ebenso ein Gig am szeneinternen Mekka für Freunde der behäbigen Klänge, dem "Hammer of Doom Festival". Jetzt haben die Ladies nach dem Ausstieg von Gitarristin Nina Grizonič Ersatz im Ex-TELEPORT Gitarristen Blaž Tanšek gefunden und bringen mit "Inan´" eine vier Tracks umfassende EP auf den Markt, welche uns aus dem nicht allzu fernen Slowenien zur Begutachtung erreichte. Ob es sich lohnt sich die Scheibe ins Plattenregal zu stellen, oder ob der männliche Neuzugang zu Zickenterror geführt hat, unter welchem der Sound leidet sei im Folgenden berichtet...

Serviert bekommt man 3 komplett neue Songs und das schon am Demo enthaltene "Phobia" in deutlich verbesserter Aufnahmequalität, man schafft es die Anfänge von Bands wie BLACK SABBATH oder SAINT VITUS zeitgerecht ins Jahr 2015 zu transportieren und versucht nicht nur eine Kopie jener zu sein, sondern bringt seinen eigenen Mix aus abgespacter Düsternis und LSD-Trip in den konspirativen Sound ein. Sängerin Nina Spruk´s rauchige Stimme passt sich perfekt in das Gesamtgefüge aus schweren Riffs und behäbigen Drums, abgeschmeckt mit einer Coolness vermittelnden Bassline. Egal ob mit beklemmend melancholischen Lyrics unterlegt oder rein Instrumental, MIST treffen den Puls der Zeit wie sonst fast keine Anderen derzeit im übersättigten Vintage-Pool. Hervorzuheben sei noch "Under The Night Sky", großartig wie hier bis zum nahenden Stillstand entschleunigte Passagen eine das große Ganze ergebende Symbiose mit Midtempo Riffs eingeht, ein wahres Schmankerl sozusagen.

"Inan´" darf sich jeder Fan einer anspruchsvollen Doom/Stoner-Walze mit ruhigen Gewissen ins Plattenregal stellen, diese Scheibe hat eigentlich alles was man sich von einer zeitgerechten Interpretation des Genre wünscht und für Sammler gibt es das gute Stück in einer auf 300 Stück limitierten LP-Version, was will man mehr? Jetzt warten wir eigentlich nur noch auf den ersten Longplayer der Band, welcher hoffentlich bald erscheinen wird, der Verfasser freut sich jedenfalls schon darauf!

Und für alle die es noch nicht kennen, gibt es hier "Phobia" in der 2013er Demo-Version zum hören:



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Laichster (29.04.2015)

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