Burning Shrine - I Can't Even Hear Your Voice These Days

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VÖ: 27.01.2015
Bandinfo: Burning Shrine
Genre: (stilübergreifend)
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Wenn junge aufstrebende Musiker in minimalistischer Manier etwas auf die Beine stellen wollen, dann bedarf dies definitiv Unterstützung in Form eines Reviews. Der Österreicher Erich liebt Musik und setzte es sich zum Ziel, diese mit möglichst vielen Menschen zu teilen. Entstanden ist dabei das Konzeptalbum "I Can't Even Hear Your Voice These Days", das eine aufblühende Liebe behandelt, die ihr jähes und trauriges Ende findet. Unterteilt wurden die verschiedenen Phasen in Jahreszeiten, die gleichzeitig aber auch mit Empfindungen einher gehen. Besonders beeindruckend ist die Tatsache, dass der junge Österreicher sämtliche Instrumente in Eigenregie aufgenommen hat.

Musikalisch ist das Ganze schwer einzugrenzen, widmet sich aber größtenteils akustisch atmosphärischen Klängen, die eine gewisse Intensität hervorrufen. Dabei gelingt es, die verschiedenen Stimmungen der Liebe perfekt in Szene zu setzen. Besonders angetan hat's mir direkt der Opener "June", der erste Gefühle aufkommen lässt und musikalisch treibend und doch sehr energisch vorangeht. Das der junge Mann unter Umständen nicht der größte Sänger auf Erden ist, das mag ihm sicherlich selbst bewusst sein, doch beherrscht er etwas, was gerade im Bereich der Musik in meinen Augen weitaus wichtiger ist, nämlich stimmlich Gefühle zu vermitteln. Erich hat eine samtweiche Stimme, die sofort durch Mark und Bein geht. Während man sich musikalisch bis hin zum Ende der Liebe grundsätzlich auf eine akustische Untermalung festgelegt hat, bricht es mit dem Aus quasi aus sich heraus. "Void" wartet gar mit ein paar nett platzierten Growls auf und lässt den Hörer verhältnismäßig depressiv zurück. Gerade das ist es, was mir an der Scheibe so gut gefällt. Das Konzept ist simpel, doch jeder von uns hat es in irgendeiner Form schon mal erlebt. Man versucht nicht, künstlich etwas zu erzeugen, sondern stellt die verschiedenen Stimmungsphasen der Entstehung einer Beziehung und dem Ende dieser sehr realitätsnah dar.

So ist es am Ende gar nicht die Musik an sich, die die ersten Schritte der noch jungen Karriere des Österreichers so grandios gestaltet, es ist vielmehr die komplette Umsetzung seiner Visionen. Hier werden keine großen Geschütze aufgefahren, denn die braucht es gar nicht. Es erwartet einen schlichtweg emotional ergreifende Musik, die sehr kunstvoll von einem tollen Konzept umwoben wird. Hier und da musste ich an die akustischen Ausflüge von OPETH denken, wenn natürlich auch strukturell weitaus simpler und an anderen Stellen geht's wiederum eher in die Alternative Schiene. Man kann nicht wirklich festmachen, was für eine Musikrichtung diese Platte inne hat. Man muss in der richtigen Stimmung sein und sich auf das Werk einlassen, denn dann entfaltet es ganz schnell seine Größe.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Sonata (04.04.2015)

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