ARTIZAN - The Furthest Reaches

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VÖ: 24.04.2015
Bandinfo: ARTIZAN
Genre: Progressive Power Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

ARTIZAN aus Florida schlagen bei „The Furthest Reaches“ eine etwas andere Richtung ein als bisher. Ihre dritte Veröffentlichung ist kein „normales“ bzw. „einfaches“ Album, sondern ein Science-Fiction-Konzeptalbum. Erzählt wird von der Rückkehr einer außerirdischen Rasse auf die Erde, nachdem ein Notsignal ins All geschickt wurde.

Die fünf Musiker zeigen einerseits das, was sie bisher ausmachte, andererseits sind sie bei „The Furthest Reaches“ härter und progressiver geworden. Die Stilrichtung ist breiter – einerseits Metal und Progressiv, andererseits viel Melodic, wobei das mal in die Richtung Melodic Power Metal geht, dann aber auch schon mal in Richtung Symphonic oder ein klein wenig Gothic (der Part der Sängerin).

Neben Sänger Tom Braden gibt es auch noch Gäste: Sabrina Cruz von SEVEN KINGDOMS übernimmt in einem Song die Rolle der „Mother Earth“, ebenfalls dabei Matt Barlow von ASHES OF ARES.

Vom Album gibt es die normale sowie eine limitierte Version. Dazu sind unterschiedliche Cover Artworks erhältlich bzw. die limitierte Version beinhaltet den Bonustrack „Come Sail Away“. Ein Stück, das mit schönen Vocals und Piano beginnt und bis zur Hälfte weich und soft bleibt. Das Ende hingegen hat jedoch Power und überzeut mit dem Einsatz aller Instrumente

Was ist nun so besonders an dem Album -> Es wird eine Geschichte erzählt. Die Story geht vom ersten Song bis zum Ende und baut einen Spannungsbogen auf.

Das wird einerseits ausgedrückt durch das Gespräch Mutter – Sohn, wo es darum geht, welche Gute-Nacht-Geschichte es werden soll (nämlich keine Kinder-Geschichte mehr) oder wo sie darüber sprechen, warum der Vater nicht mehr da ist.

Andererseits sind die Lyrics in allen Songs durchgängig und komplex. Es geht um die Gefahr für die Welt, um Mutter Erde, um Chancen, um Träume, um ein Aufbrechen zu den Welten, um das Ende von Welten durch eine Supernova, um das Zurück-Kehren, Wieder-Finden und Beschützen.

Diese Inhalte werden in einem vielfältigen Songwriting ausgedrückt. Die Melodien und Rhythmen wechseln, die Stücke sind lang und zeigen Abwechslung bei Melodie und Rhythmus und bei den Vocals. Einerseits besteht der Unterschied von Lied zu Lied, andererseits innerhalb eines Songs. Nie kommt das Melodiöse zu kurz, vor allem auf stimmige Vocals wird hoher Wert gelegt.

Die Songs basieren großteils auf Power Metal, aber einzelne Stücke, wie mein persönlicher Favorit „The Furthest Reaches“, zeigen eine Verspieltheit, die bei Symphonischen Elementen wie Streicher bzw. Orchester beginnt, dann mit fast schon bombastischen Anleihen den Metal zufügt, im Mittelteil zu akustisch schwenkt, um den wieder erstarkten Streichern mehr Gehör zu erlauben, und schlussendlich mit einem Power-Einsatz endet.

Nach dem Titeltrack folgt mit „The Cleansing“ eine ganz andere Komposition. Die Kombination aus akustischen Parts mit diabolischem Gelächter bzw. diabolischer Stimme und dem düster dunklen Bass, der eigenwillig den Rhythmus bestimmt und den Song dominiert, erzeugt fast Gänsehaut. Abgemildert wird das Ganze dann durch den klaren Gesang, der sozusagen die Reinigung ausdrücken soll. Zwischendurch unterstreichen ein weiterer Sprechgesang und die Backing-Vocals die Hin- und Her-Gerissenheit und Übergänge.

Im Prinzip kann man jeden Song in die Tiefe analysieren und betrachten. Jedes Stück hat etwas Besonderes, für das es steht und durch das es überzeugt. Das würde aber ein wenig den Rahmen sprengen. Einzig „Wardens of The New World“ möchte ich noch hervorheben. Dieses Lied gehört sicher zu den besten auf dem Album, mit tollen Gitarren (sowohl akustisch als auch Lead), stimmungsvollen und abwechslungsreichen Melodien und den von Sabrina Cruz mit Hingabe gesungen Parts als „Mother Earth“.

„The Furthest Reaches“ ist nicht unbedingt ein leichtes Album, das man sich einfach nebenbei reinzieht, sondern ein Werk, das man bewusst hören sollte, um all die Vielfältigkeit, die es zu bieten hat, mitzubekommen. Das Konzept ist musikalisch interessant, sehr gut umgesetzt und wohl fähig, nicht nur Metal-Fans zu gefallen, sondern ein breiteres Publikum bzw. auch andere Genre-Liebhaber anzusprechen.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Lady Cat (24.04.2015)

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