INQUISITION - Nefarious Dismal Orations (ReRelease)

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VÖ: 18.05.2015
Bandinfo: INQUISITION
Genre: Black Metal
Label: Season of Mist
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Lineup  |  Trackliste

Der vierte Dreher aus dem amerikanischen Nordwesten, genauer gesagt Seattle, versteht es, den Hörer dank eines lässigen Intros gleich von Anbeginn zu fesseln, bevor er dank des rabenartigen Gekrächzes des Bandchefs wieder in bekannte akustische Fahrwasser geleitet wird. Der Kenner und Liebhaber des Sounds des ex-Kolumbianers Dagon findet sich auf einer weiteren Reise in die dunklen Abgründe wieder. Obwohl der Sound im Vergleich zum Vorgänger dünner, aber klarer und transparenter ausgefallen ist, versteht es das Duo von Anfang an, wieder eine düstere und atmosphärische dichte Soundwelt zu erschaffen, die zu keiner Sekunde den fehlenden Bass vermissen lässt und zudem das gewohnte Rumpel/Holterdipolter-Schlagzeug gegen recht modern tönende Drums eintauscht.

Das eingangs gezockte, drückend-zwingende "Ancient Monumental War Hymn" überzeugt auf voller Länge, nicht minder einprägsam und hochqualitativ auch die beiden folgenden Kracher. Im eng gefassten Gitarre-plus-Drums-Spektrum ringen die beiden Protagonisten den Songs ein Höchstmaß an Abwechslung ab (man höre etwa "Enter The Cult") und lassen bei der Gitarrenarbeit auf "Nocturnal Gatherings And Wicked Rites" oder dem vergleichsweise und vor allem gegen Songende melodiösen "Strike Of The Morning Star" aufhorchen. Sehr stark weiters auch der dissonante Titeltrack oder "Where Darkness Is Lord And Death The Beginning". Generell erklimmen INQUISITON auf dem ursprünglich 2007 veröffentlichten Album das nächste Level in puncto hymnisch-kompositorischer Reife und Anspruch, beständig kriechender, beschwörender Atmosphäre, eindringlicher Kompaktheit und vor allem auch Abwechslungsreichtum.

Mit diesem Review steuert alles der Vollendung der Wiederveröffentlichungsreihe der neuen Plattenfirma zu. Der die Band - aufgrund der ursprünglich veröffentlichenden Plattenfirma - leicht umwehende braune Schleier ist mit dieser Neuveröffentlichung auch ein weiteres Stück weiter weggefegt. Ganz im Gegensatz zum Vorgänger gibt es diesmal leider keine zusätzlichen Songs, aber wie gewohnt ein neues Albumcover. Die beiden Schwarzheimer gönnten ihrer Fangemeinde seinerzeit mit "Nefarious Dismal Orations" ein vor Charme nur so strotzendes Album, das eine weiter gereifte Band zeigt, die eine Nische besetzt, kultiviert und so ein echtes Profil im oftmals einheitsbreiigen Black-Metal-Genre entwickelte.



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (11.05.2015)

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