Doomraiser - Reverse (Passaggio Inverso)

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VÖ: 13.01.2015
Bandinfo: Doomraiser
Genre: Doom Metal
Label: BloodRock Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

"Was lange währt, wird endlich gut", sagt eine Redewendung. So weit so gut, doch das Dumme an Redewendungen ist, dass sie manchmal ihrer Aussage nicht gerecht werden.

Lange hat es gedauert bis uns die italienische Doom-Fraktion DOOMRAISER nach ihrer Doom-Überplatte „Mountains Of Madness“ aus dem Jahr 2011 neues Futter vorwarf. Und die Zeit ist nicht gänzlich spurenlos an allen Beteiligten vorübergezogen. Es wurde viel mit neuen Sounds experimentiert, hier und dort getüftelt, bei einigen Stücken mit niemand Geringerem als Labes C. Necrothytus (die Stimme von den Doom-Landsleuten von ABYSMAL GRIEF) zusammengearbeitet, dem neuen Baby mit „Reverse (Passaggio Inverso)“ ein passender Name verpasst und nun steht das Stück in den Plattenregalen dieser Welt, doch die Zeit ist bekanntlich nicht immer ein Freund.

Vorweg ist zu erwähnen, dass der neue Output leider bei Weitem nicht an die Vorzeigeplatte der Band „Mountains Of Madness“ herankommt. Songs wie „Phoenix“ und „Like A Ghost“ sind unglaublich starke Doom-Nummern gewesen. So minimal und klar. So stampfend und bestimmend. Nun hat man seinen Sound erweitert, hat sich entwickelt, doch nicht jede Entwicklung geht nach vorn.

"Reverse (Passaggio Inverso)" beginnt sehr verhalten, fast zäh. Sanfte Clean-Vocals und Slo-Mo-Sound weichen schnell aggressiveren, schnelleren Klängen. Es wird prompt zu rockig und zu überladen für das Prädikat Doom Metal. Teilweise erinnern die Gitarren-Soli eher an guten alten Hard Rock.

„Mirror Of Pain“ beginnt klanglich sehr Italien-Doom-Like. Violinenlastiger Einstieg, Klänge, die stark an die Landsleute von ABYSMAL GRIEF erinnern, vielleicht hat da die Zusammenarbeit etwas zu sehr abgefärbt, doch gleichzeitig auch gekonnt kalt, trostlos, schön stampfend und gesanglich zeitweilig stark an KREATOR-Mille erinnernd, doch der Fluch des ersten Stücks liegt auch auf dieser Nummer und der Song verläuft schnell in sich selbst.

Bei „Ascension: 6 To 7“ und „Apophis” hat man mit erwähnten Labes C. Necrothytus zusammengearbeitet, der bei ersteren Cembalo-Klänge einstreut und bei zweiten die Orgel dudelt. Während „Ascension: 6 To 7“ mit würdigen Riffs ganz ordentlich anfängt, zur richtigen Zeit das Tempo zügelt, was dem Song sehr gut zu Gesicht steht, überrascht einen eher negativ der hard-rockende Mittelteil, bevor es dann wieder ganz DOOMRAISER wird. Ruhig, leicht psychedelisch, schleppend. Vielleicht die beste Nummer der Platte, doch das ist schwer zu sagen, da sich kaum eine Nummer wirklich gänzlich abhebt. Herausstechend sind bei „Apophis” gerade die gelungenen Orgel-Klänge zum Ende hin, die dem Song einen großen ABYSMAL GRIEF-Touch verleihen.

Doom geht leider anders. Doom ist abgefuckter, dreckiger, trostloser. Neben ein paar schweren Riffs und die Zusammenarbeit mit dem Fronter von ABYSMAL GRIEF hat die Platte nicht all zuviel zu bieten. Gelegentlich schwappen jedoch auch die 2011er DOOMRAISER durch, die das Werk nicht ganz verklingen lassen. Beispielsweise bei „Dio Inverso (Reverse)“, welcher so kalt, menschenverachtend und leer startet. Doch diese kleinen Schattenblicke reichen leider nicht aus, um niedergeschmettert, gedankenversunken und trostlos auf den Boden zu kauern, was Doom eigentlich ausmacht.

Lauschlappen-Orgasmusfaktor: „ Ascension: 6 To 7“



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: inhonorus (17.05.2015)

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