Skyforger - Senprūsija

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VÖ: 06.04.2015
Bandinfo: Skyforger
Genre: Alternative
Label: Thunderforge Rec.
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Lineup  |  Trackliste

SKYFORGER sind schon sehr lange im Geschäft, ohne jedoch ein richtiges Bein auf den Boden bekommen zu haben. Es mag an der Herkunft (Lettland) oder an den in Heimatsprache vorgebrachten Texten liegen, dass es für die keineswegs schlechte Truppe außerhalb ihres baltischen/slawischen Wirkungskreises im Prinzip nur für Opening Slots auf den einschlägigen Pagan-Festivaltourneen reicht(e) und ihnen die Konkurrenz (KORPIKLAANI, ENSIFERUM, TURISAS & Co.) erfolgstechnisch flugs fortgezogen ist. Ende des alten Jahrtausends erschien das Debüt der Balten und seitdem erspielten sie sich eine überschaubare, aber fanatische Fanschar. Kontroversen politischer Natur blieben aufgrund der inhaltlichen Konzentration auf die eigene Kultur, Mythologie und Geschichte und Hymnen auf das Heimatland auch nicht aus, nicht zuletzt genährt durch das alte Bandlogo der Truppe.

Fast muss man sich wundern, dass sich die Herren aus Riga, fünf Jahre nach "Kurbads", wieder für ein neues Studioalbum aufgerafft haben, veröffentlicht auf dem eigenen Label. Der Vorgänger legte die Messlatte doch recht hoch und trotz der langen Zeit dazwischen können die neuen Songs weder ihm noch den anderen Diskografie-Prunkstücken wirklich das Wasser reichen. Zwischen stimmungsvollen Pagan/Folk-Metal-Hymnen, melodiösen Chorteilen, schwarzen Abfahrten, traditionellen Metalparts und dem stimmigen Gesang (der immer wieder an SABBATs Martin Walkyer denken lässt), pendeln sich die Stücke des neuen Albums ein. Flott und recht modern tönt das Album, die slawischen Elemente sind noch ein Stück weiter in den Hintergrund gerückt. Recht repräsentativ ist dabei der Titeltrack, dazwischen überraschen Titel wie "Divi brāļi" mit lässigen Folklore-Klängen.

SKYFORGER sind langgediente Recken im Pagan-Metal-Zirkus wissen, wie die Klientel zu bedienen ist. Man ziehe sich etwa das knackige "Herkus Monte" oder das stimmungsvolle "Rāmava" rein. Diese Trümpfe werden auch gekonnt ausgespielt, auf Humppa und überbordendes Folk-Gedüdel wird verzichtet. Hier tritt die Erfahrung und Reife von Mainman Peter zu Tage. Inhaltlich ist "Senprūsija"/"Old Prussia" den Pr(e)ußen gewidmet, jedoch nicht im germanischen Sinne, sondern im ursprünglichen, baltischen Sinne, einer abseits der Letten oder Litauer längst ausgelöschten Volksgruppe. Innovationsgehalt und Relevanz halten sich auf dem neuen Album in Grenzen, dennoch kommt die immer noch aktive Pagan-Szene am neuen Album der Letten kaum vorbei, die ein sehr reifes, aber nicht essentiell wichtiges Album vorlegen. An alte Stärken kann man zwar nicht anknüpfen, dennoch hält die Truppe mit der Konkurrenz spielend mit, vom inhaltlichen Aspekt sowie in Sachen Authentizität und Credibility sind die wilden Letten den meisten Mitstreitern und Nachwuchs-Wikingern ohnehin eine Nasenlänge voraus.





Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (13.05.2015)

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