RAZOR - Violent Restitution (ReRelease)

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VÖ: 05.05.2015
Bandinfo: RAZOR
Genre: Thrash Metal
Label: Relapse Records
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Lineup  |  Trackliste

RAZOR sind eine der einflussreichsten Combos im Speed-Metal-Genre. Gemeinsam mit Bands wie EXCITER beeinflussten sie Legionen von Combos (von SKULL FIST über EVIL INVADERS bis hin zu RANGER), ohne jedoch am Erfolg ihrer zeitgleich agierenden Mitstreiter (etwa SLAYER oder DARK ANGEL) mitnaschen zu können und um ein ähnliches Underdog-Schicksal wie WHIPLASH oder RAVEN zu teilen. Späte Genugtuung wird ihnen durch die jahrelange, bedingungslose Verehrung ihrer Fans zuteil, die sie auf den einschlägigen Szenefestivals hochleben lassen. Relapse legen nun drei Werke der Kanadier neu auf. "Violent Restitution", das erste der drei, erschien ursprünglich 1988, in einer Phase, in der die Band eigentlich alles Relevante schon gesagt bzw. gespielt hatte. Vor allem mit den ersten drei Alben der Mitt-Achtziger ließ das Quartett unter der Führung von Frontman Sheepdog die Kuh fliegen.

Wie immer ist auch auf diesem, vergleichsweise als Spätwerk zu klassifizierenden Dreher die flitzeflinke, kernige Gitarre ebenso am Start, wie ein nach vorne preschendes Schlagzeug. Zum alle Soundlöcher dicht machenden Bass gesellen sich noch geile Gangshouts und das markante Organ des Sängers hinzu, das immer wieder mal zu einem infernalen Scream ansetzt. Hier allerdings zum letzten Mal, auf dem nächsten Album war bereits der nunmehrige RAZOR-Shouter Bob Reid am Start. Zu genießen sind alle Ingredienzien schon beim Hi-Speed-Gebretter "The Marshall Arts" (dem der High-Speed-Titeltrack in nichts nachsteht) sowie bei den einprägsamen "Hypertension" und "Behind Bars". Die messerscharfen Riffs fliegen tief, oftmals scheinen sich RAZOR selbst überholen zu wollen, so zackig und wieselflink feuert der Vierer die Speed-Granaten ab, die trotz aller Brutalität immer auch melodiös ("Edge Of The Razor", "Eve Of The Storm") geraten sind, nur so hinaus.

"Fast & Furious" lautet die Devise, so pfeilschnell und unpoliert wuchteten RAZOR die Songs raus, auf Trends schien man zu pfeifen. Auf dem coolen "Taste The Floor" (sowie dem Rausschmeißer) darf schließlich noch die Säge aufheulen, ebenfalls lässig das rock'n'rollige "I´ll Olly Say It Once" oder "Enforcer". Aufgefettet wird dieser remasterte ReRelease mit drei Livesongs, welche die Anschaffung dieser kleinen Perle zudem rechtfertigen. Der von der Plattenfirma als vermeintlicher vermarktete Klassiker ist das Album zwar nicht, allerdings ein längst vergriffenes, hochenergetisches Speed-Geschoss, das viel gute Laune macht, in seiner Intensität begeistert und eine volle Ladung geiler Riffsalven auffährt. Wer Speed-Metal-Ahnenforschung betreiben will, der landet mit RAZOR bei einer der ersten Adressen im Genre! Die Folgealben "Shotgun Justice" (1990) und "Open Hostility" (1991) erscheinen ebenfalls neu. Ach ja, für wen auch immer die Info relevant sein möchte...das Album ist Charles Bronson gewidmet.



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (28.05.2015)

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