GEORGE KOLLIAS - Invictus

Artikel-Bild
VÖ: 18.05.2015
Bandinfo: GEORGE KOLLIAS
Genre: Death Metal
Label: Season of Mist
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

“Be Quick Or Be Dead“ schallte es 1992 überall aus den Boxen des Metaluniversums, da war der kleine George gerade mal zarte 15 Jahre alt und trotzdem wurde der Songtitel zu seinem Lebensmotto. Der schnellste Drummer der Welt, ein lebendes Maschinengewehr, die wahrhaftige Fleischwerdung des Blastbeats, ja, all das ist GEORGE KOLLIAS heute. Mit NILE hat er uns durchs alte Ägypten gepeitscht wie eine Horde aufmüpfiger Sklaven beim Pyramidenbau. Zuletzt ballerte er bei TÝR am 2013er „Valkyrja“ (zum Review) durch die nordische Mythologie und jetzt steht uns mit „Invictus“ des umtriebigen Griechen erste Soloscheibe ins Haus. Unbesiegbar oder doch nur ein im Vorfeld in den Himmel gelobtes Stück Gebolze, welches uns hier vorgelegt wird?

Gleich vorweg, Soloalbum heißt hier auch wirklich solo. KOLLIAS hat alle Stücke selbst komponiert und auch alle Instrumente selbst eingespielt und es muss natürlich keinen wundern, dass die Scheibe des Drum-Gottes auch größtenteils auf seinem überirdischen Spielkünsten an den Fellen fundiert ist. Wer sich den musikalischen Werdegang von Mr. Blastbeat an der heimischen Stereoanlage reinzieht wird schnell feststellen, dass die Anleihen zu den bisherigen Bands an denen GEORGE KOLLIAS maßgeblich beteiligt war unüberhörbar sind, gerade NILE lassen sich auf keinen Fall vertuschen. Stört das? Nein eigentlich überhaupt nicht, denn was geboten wird hat seine unbestreitbare Qualität und ist wohl durchdacht. Sei das mit „Aeons Of Burning Galaxies“, wo KOLLIAS das Gaspedal so betätigt, dass man sich beim rythmischen Kopfschütteln dermaßen behämmert vorkommt wie schon lange nicht mehr, da es unmöglich ist den Takt ohne Genickbruch zu halten, oder bei den Instrumental gehaltenen Übergängen, die Ruhe in die Destruktivität bringen. Soll es dann doch walzen, dann kommt „Through Empty Eyes Of Light“ gerade richtig und erinnert an die glorreichen Zeiten des Old-School-Death-Metals. Nach einer guten Stunde GEORGE KOLLIAS solo ist man auf jeden Fall im Blasbeatfeuer zerhackt worden.

„Invictus“ ist ein respektables Werk mit hohen Unterhaltungswert, den gewissen Kultfaktor zu erschaffen gelingt GEORGE KOLLIAS jedoch leider nicht. Aber auch wenn Zweifel bestehen, dass sich die Kompositionen für immer und ewig ins Gedächtnis brennen werden, zulegen kann man sich die Scheibe ruhigen Gewissens. Der Death-Metal-Anhänger mit Hang zum nervösen Handwippen kommt voll auf seine Kosten.

Anspieltipps:
- Aeons Of Burning Galaxies
- Epitaph
- Through Empty Eyes Of Light



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Laichster (19.05.2015)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Pulse
ANZEIGE