PARADISE LOST - The Plague Within

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VÖ: 29.05.2015
Bandinfo: PARADISE LOST
Genre: Dark Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Das letztjährige Blutbad dürfte Nick Holmes unendlich gutgetan haben, zudem hat auch die wirklich verschrobene Härte von VALLENFYRE auf PARADISE LOST-Gitarrist Greg Mackintosh hörbar abgefärbt, all diese Faktoren dürften auch dafür verantwortlich sein, dass wir mit „the Plague Within“ das wohl härteste PARADISE LOST -Album seit Ewigkeiten und – viel wichtiger – die Rückkehr von Nick Holmes zum Grunz-Gesang feiern dürfen.

Dabei darf beim Einstieg „No Hope In Sight“, welches deutliche „One Second“-Reminiszenzen hervorruft, noch der Klargesang dominieren, dieser wird im bösen „Terminal“ aber bereits in den Kübel getreten. Heather Mackintosh (Angetraute des PL-Gitarristen) darf nebst Kammerorchester „An Eternity Of Lies“ veredeln und „Punishment Through Time“ weiß mit Leichtigkeit und erhöhtem (Gothic)-Hit-Faktor zu überzeugen.

Spätestens beim dunkel-bösen Videotrack „Beneath Broken Earth“ bleibt jedoch den Fans der ersten Stunde die Spucke weg. Einen derart gemeinen, knietief im Debütalbum watenden Doom-Death-Batzen hätte man den PARADISE LOST der Neuzeit nie und nimmer zugetraut. Beklemmend, verstörend, erdrückend walzen sich PL mehr als sechs Minuten lang über den Hörer hinweg, ein Nick Holmes ist an Garstigkeit kaum zu überbieten und auch die Platzierung genau in der Mitte des Albums tat „Beneath Broken Earth“ immens gut.

Weiter geht es mit dem leicht zähen „Sacrifice The Flame“ das samt seinen Orchester-Parts gut und gerne ein neuaufbereiteter „Gothic“-Track hätte sein können und das darauffolgende „Flesh From Bone“ lässt erneut härtetechnisch aufhorchen: PARADISE LOST und Ansätze von (bombastischen) Black Metal, was in den letzten zwei Jahrzehnten für undenkbar gehalten wurde, „The Plague Within“ macht’s möglich.

Der Rest des Albums offeriert uns einmal satt dahinrockenden, naturgemäß zu höchst eingängigen Goth in Form von „Cry Out“ und mit dem Horror-inspirierten, von satten Bläsern eingeleiteten „Return To The Sun“ ein weiteres absolutes Highlight. Selbstredend, dass Holmes das neueste PL-Werk ebenso beendet wie er es eingeläutet hat: Beide Tugenden (Growls wie Klargesang) gleichberechtigt nebeneinander platziert und der leicht beklemmliche Horror-Vibe verleihen „Return To The Sun“ dieses gewisse Etwas…

PARADISE LOST haben nach 13 Studioalben ihre eigene Vergangenheit aufgearbeitet. Bei Album #14 spannten Holmes, Mackintosh & Co. den Bogen vom Debütalbum bis hin zum letzten „Tragic Idol“-Werk, wobei der Schwerpunkt eindeutig bis einschließlich des „One Second“-Albums lag. Den Ausspruch der Band we have written a very dark-yet-melodic album, but this time many songs definitely have a death metal edge kann man nur zu 100% zustimmen, obschon man wahrscheinlich das Adjetktiv großartig hinzufügen sollte.

A monochrome miasma of morbidly uplifting anthems and heart-aching melancholia



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Reini (21.05.2015)

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