ARCANE - Known/ Learned

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VÖ: 27.01.2015
Bandinfo: ARCANE
Genre: Progressive Melodic Metal
Label: Sensory Records
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Lineup  |  Trackliste

ARCANEs Doppelalbum ‚Known/Learned‘ wurde zwar schon Anfang des Jahres veröffentlicht, verdient aber auch im Nachhinein noch lobende Worte.

Die australischen Prog-Rocker waren schon immer unabhängig, produzieren sich selber und haben ihr aktuelles Werk, das dritte und ambitionierteste nach den hoch gelobten Vorgängern ‚Ashes‘ und ‚Chronicles Of The Waking Dream‘ durch Crowdfunding finanziert.

Herausgekommen ist ein feines Konzeptalbum, das die Band folgendermaßen beschreibt: ‚…die Bilder auf ‚Known/ Learned‘ zeigen Bruchstücke von Momenten in den Leben eines Vaters und seiner Tochter, ihre Verluste, ihre Liebe, ihre Reise‘.

Diese beiden Alben muss man nicht hintereinander anhören. Tatsächlich scheint es keine Reihenfolge im Konzept zu geben. Während ‚Promise (Part 1)" Titel Nummer acht auf ‚Learned‘ ist, scheint ‚Promise (Part 2)‘ als erster Track auf ‚Known‘. Und welchen Teil spielt man zuerst?

Fangen wir mit ‚Known’ an.

Der Einstieg von ‚Promise (Part 2)" auf ‚Known‘ bietet schon den abwechslungsreichen Sound, den man vom Progressive Rock so gewöhnt ist. Ein galoppierender Start, pumpende Doublebass-Drum und brachiale Gitarren lösen sich in sanfte Klaviertöne und die auffallend weiche Stimme von Jim Grey auf, der hier schon seine vokale Reichweite unter Beweis stellt. Und so geht das Wechselspiel dann auch weiter. Die Arrangements sind stimmig, der Sound metallastig und gleichzeitig bombastisch-orchestral, der Gesang hat zeitweise sogar schon etwas Sakrales. Klingt ungewöhnlich/widersprüchlich? Ist es auch!! Das ist Progressive!

Persönliche Highlights sind ‚Selfsame‘ und das epische ‚Learned‘, das mit 23:16 Minuten der weitaus längste Track auf dem gesamten Album ist und schon DREAM THEATEReske Qualitäten aufweist.

CD zwei ‚Learned‘ hingegen ist vom Klang her viel reduzierter, leichter, aber nicht weniger intensiv – das musikalische Yang zu ‚Known’s Yin. Hier dominieren akustische Gitarren, Stimme, Klavier und leichte Drumbeats.

Lieblinge auf dieser Hälfte sind ‚Impatience And Slow Poison‘, eine Nummer, die durchweg durch die simple Gitarren-Zerlegungen besticht, und ‚Keeping Stone, Water Awake‘, ein schön sphärischer Song.

Mein Fazit: ARCANEs Doppelalbum ist nichts, das man sich mal ‚eben so‘ anhört. Die nahtlos ineinander übergehenden Tracks erzählen eine Story, vermitteln Stimmungen, laden dazu ein, sie auseinander zu nehmen, jedes Instrument für sich zu hören. Die Sounds sind komplex und vielschichtig. Ein – meiner Meinung nach – Freundenfest für jeden Prog-Fan.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Betti Stewart (30.05.2015)

WERBUNG: Hard
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