Pro Pain - Voice Of Rebellion

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VÖ: 19.06.2015
Bandinfo: PRO-PAIN
Genre: Hardcore
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste

PRO-PAIN trotzen nun schon seit über 20 Jahren jeglichen Unwirtlichkeiten des Musikbusiness. "Foul Taste Of Freedom" samt Titeln wie "Pound For Pound" zeigte der damaligen MTV-Generation neue Perspektiven in der Gemengelage Hardcore/Metal auf. Dass er und seine jungen Spießgesellen im Jahre 2015 und viele Alben später immer noch kräftig im Musikzirkus mitlärmen darf, hätte sich ein Gary Meskil seinerzeit wohl maximal in seinen kühnsten Träumen auszumalen gewagt. Ich ohnehin nicht, umso erstaunter bin ich immer noch über die Konstanz und Qualität, die der New Yorker auch heutzutage abliefert. Wurde einem schon der Vorgänger vom Kollegen Robert wärmstens ans Herz gelegt, so darf ich gleich eingangs verkünden, dass auch der neue Output allerhöchsten Qualitätsmaßstäben im Genre mehr als genügt. Breitbeinig und erfahren zeigt "Onkel" Gary den Jungschwänzen, "wo der Bartl den Most herholt". Da kann nur die Speerspitze der jungen Garde mithalten.

Abseits von Äußerlichkeiten wie Klamotten, aller Arten von Body Modifications und hippen Polit- und Lebenseinstellungen (teils nur temporär gepflegt, teils völlig überzogen), präsentiert sich der Veteran glaubwürdig, authentisch und echt. Dies gilt sowohl für sich selbst als auch für seinen Sound. Tracks wie der Opener knallen wuchtig mitten in die Kauleiste, "No Fly Zone" schiebt im Anschluß ebenso eindrucksvoll. Besonders faszinierend und fast schon beängstigend ist es, dass es Meskil schafft, das Niveau über fast die gesamt Spielzeit zu halten und trotz aller treibenden Power und beeindruckenden Härte auch für genügend Abwechlung ("Crushed To Dust") und packend-sägenden Groove zu sorgen, auch Stakkato-Riffer ("Hellride") oder Gitarrensoli (etwa "Bella Morte") sind auszumachen.

Inmitten aller zwingenden Kompromißlosigkeit sind die Hardcore/Metalkracher alle scheinbar spielerisch leicht komponiert, auf den Punkt gespielt und hauen ein ums andere Mal rein. Abseits aller sonst oft üblichen Stop n´ Go/Breakdown-Mentalität gelingt es Mastermind Meskil, alles in ein homogenes Ganzes aus Hardcore, Thrash/Metal samt einer massiven Beimengung von fetten Grooves zusammenfließen zu lassen. Auch wenn das Rezept ein mittlerweile über viele Jahre bewährtes ist, knallt es dennoch immer und immer wieder. Wer braucht schon Epigonen, wenn das Original derart fachmännisch, intensiv und durchschlagskräftig zu Werke geht. "Voice Of Rebellion" drückt ohne Ende und rockt wie Hölle, und zwar von der ersten bis zur letzten Note!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (15.06.2015)

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