Cut Up - Forensic Nightmares

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VÖ: 26.06.2015
Bandinfo: CUT UP
Genre: Death Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

Die ehemaligen VOMITORY-Recken Tobias Gustafsson und Erik Rundqvist schlagen auch nach der Auflösung der langgedienten, aber letztlich doch zu Grabe getragenen schwedischen Metzeltruppe in die gleiche Kerbe und gründeten zu diesem Zwecke 2014 CUT UP. Jedoch wird hier nicht ein Baum nach dem anderen gefällt, nein, hier wird gleich ein ganzer Wald niedergemäht und hinterher noch unter tosendem Kettenrasseln planiert. So jedenfalls hört sich „Forensic Nightmares“ an, das die volle Palette an Death Metal-Instrumentarien auffährt. Die örtliche Spannweite reicht dabei von Schweden bis in die Vereinigten Staaten, alles von fähigen wie erfahrenen Musikern gezockt und gehüllt in ein perfekt sitzendes, modernes Soundkleid.

Mächtig krachende und crunchige Schwedentod-Gitarrenbretter, mahlend-sägende Grooves des Todes, verdreht-quietschige MASSACRE-Gitarrensoli und ein im tiefen Wald röhrender Hirsch namens Erik Rundqvist der ohrenscheinlich willens ist, sein Revier mit präventivem Gebrüll zu verteidigen, vereinigen sich auf dem Debutalbum des Kernduos Gustafsson/Rundqvist. Es ist allzeit offenkundig, dass die Herren wissen, was sie tun und ihre Sporen im Laufe der jahrelangen Underground-Karriere mit VOMITORY verdient haben. Gekonnt und packend komponiert kommen die Songs auf den Punkt und trotz aller Brachialität und Wucht des Geschnetzelten wird auch auf die melodischen Elemente im Sound nicht vergessen.

Neben der verwüstenden Wirkung von Speed-Geschossen wie etwa „Stab And Stab Again“ oder dem Titeltrack setzt das Kernduo auch auf marschierende Rockigkeit ("Burial Time"), die zermürbende Wirkung eines Mahlsteins wie “Order Of The Chainsaw” oder die morbide Atmosphäre eines „Brain Cell Holocaust“ und sorgt auch sonst für genügend Abwechslung dank gekonnt platzierter Grooveteile („Remember The Flesh“) und rockigen Abgehern ("Enter Hell"). Kurzum: „Forensic Nightmares“ ist ein sehr gelungener, brutaler und schneller Skandinavien-Meets-USA-Todesblei-Hackbraten, der amtlich und wuchtig daherröhrt und trotzdem melodische Aspekte nicht ausklammert, auch wenn bis zur Schwindeligkeit geholzt wird. Kräftig, kernig und knackig, sehr empfehlenswert!



Wie andernorts anläßlich des letzten VOMITORY-Albums schon einmal schön auf den Punkt gebracht: "Ideal zur Befreiung des Ohres von vertrackten Polyrhythmen, verträumtem Melancholiegeplänkel oder quietschender Powermetal-Trueness."



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (16.06.2015)

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