VATTNET VISKAR - Settler

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VÖ: 26.06.2015
Bandinfo: VATTNET VISKAR
Genre: Black Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wenn bei einer thematisch (noch immer!) dem Black Metal zugeordneten Veröffentlichung so Zusätze wie „Post“, „Atmospheric“ oder „Shoegaze“ kommen, dann dürfen schon mal die Alarmglocken läuten. Das funktioniert – nach der völlig subjektiven Meinung des Verfassers – nur in den seltensten Fällen. DER WEG EINER FREIHEIT dürfen sich ebenso wie WOLVES IN THE THRONE ROOM dieses Banner anheften, VATTNET VISKAR haben das Zeug dazu in diese Fußstapfen zumindest hinein zu hüpfen. Dies bewies nicht nur das „Sky Swallower“-Debüt, sondern unterstreicht die ungemeine Klangdichte des zweiten Streiches, der kurz und bündig „Settler“ getauft wurde.

Dabei ist das wirklich furchtbar eintönige und damit Nerven strapazierende Gekeife von Gitarrist Nicholas Thornbury keinen Deut besser als am Debütwerk, die wirklichen Stars von „Settler“ sind aber sowieso die Instrumente und die damit erzeugten Stimmungen. Von Stanford Parker (u.a. BRUTAL TRUTH, BUZZOVEN, EYEHATEGOD, VOIVOD) druckvoll, aber auch ein wenig Laid Back in Szene gesetzt, sind es die wirren, aber nie zusammenhanglos wirkenden Gitarrenläufe, der mehr als dominant pumpende Bass von Neuzugang Casey Aylward, die akzentuierte aber nie aufdringlich erscheinende Schlagzeugarbeit von Seamus Menihane und die oft auf den ersten Blick gar nicht so auffallenden Soundspielereien, die einem „Settler“ so richtig ans Herz wachsen lassen.

Instrumental absolut top und für Post Black Metal-Verhältnisse außergewöhnlich unaufdringlich atmosphärisch, vom Einheits-Gekeife hätte ich mir dann aber doch ein mehr an Abwechslung gewünscht, vielleicht ist ja das kleine Gesangsexperiment im Opener „Dawnlands“ ein Fingerzeig für die Zukunft.

Wer jetzt ob „Settler“ ein wenig unschlüssig ist, der darf sich gern von der wirklich beeindruckenden Christa McAuliffe-inspired Fotomontage am Frontcover, welches Josh Graham umgesetzt hatte, bzw. den mittlerweile Fünfachtel des Albums (der unten angeführte „Glory“-Videoclip, der Titeltrack, „Colony“, „Impact“ und „Heris“) die vorab im Internet publiziert wurden, überzeugen lassen.

„Settler“, an expansive, introspective album



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Reini (18.06.2015)

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