DARKNESS - XXIX

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VÖ: 29.05.2015
Bandinfo: DARKNESS
Genre: Thrash Metal
Label: Scare Records
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Lineup  |  Trackliste

Dem schier übermächigen US-Thrash Metal vermochten weltweit nur wenige Combos wirklich effektive Waffen entgegenzuhalten. Deutschland kristallisierte sich dabei als die Keimzelle hochklassigen Thrashs heraus. Neben den Süddeutschen DESTRUCTION und den Frankfurtern TANKARD reüssierten vor allem die Ruhrpott-Thrasher SODOM und KREATOR. Doch auch in der zweiten Reihe rumorte es gewaltig. Acts wie DEATHROW, EXUMER, LIVING DEATH, ASSASSIN, ANGEL DUST und HOLY MOSES hauten das eine oder andere große Brett auf den ohnehin schon lichterloh brennenden und von Weitem sichtbaren Thrash Metal-Scheiterhaufen. Ebenfalls mit am Start die Ruhrpott-Thrasher DARKNESS, die in den Achtzigern drei Alben veröffentlichten, dann aber von meinem Radar verschwanden. Umso mehr war ich erstaunt, dass nach sporadischen Livekonzerten mit "XXIX" nun neues Material am Start ist. Und zwar insgesamt vier Titel, die jedem Metal Heart, das auch Thrash pumpt, wärmstens anempfohlen werden können.

In solchen Zusammenhängen gern verwendete Begriffe wie "Kult" und "Legenden" bleiben zwar in der Schublade, aber eines macht die EP dennoch klar: Der Fünfer tritt auch nach langer Absenz amtlich Arsch! Zu begeistern vermag vor allem das Tempo, das die Altenessener vorlegen, in diesem Punkt müssen sich die Veteranen nicht hinter der feist losbretternden Junggarde a la WITCHBURNER & Co. zu verstecken. So legt der Opener "L.A.W.", der übrigens von KREATOR-Basser Speesy mitgeschrieben wurde, gleich amtlich an Speed vor. Dazu gesellt sich noch ein einprägsamer Refrain. Nicht unwichtig in jenen Tagen der Schwemme von neuen Sounds. Danach beginnt eine Reise in die Vergangenheit. "Death Squad" ist eine Neueinspielung vom Erstling, der damals in einschlägigen Kreisen für Aufmerksamkeit sorgte und den man ebenfalls umgehend mitbrüllen kann. Im Vergleich zum Original fällt dabei natürlich der modernere Sound sowie das doch von Ur-Sänger Olli verschiedene Organ von Neo-Fronter Lee auf.

Von der alten Besetzung sind zwar nur noch Drummer Lacky und Gitarrist Arnd am Start, dennoch haben die "Neuen" trotz aller moderner Einflüsse die Essenz der Achtziger-Unbändigkeit und Attitüde, der knackigen bis stumpfen Kompromißlosigkeit und des ungestüm-brachialen Durchtretens des Gaspedals aufgesogen. Kenner der Materie wissen abseits der bislang ausgeführten Qualitäten der Veteranen vor allem auch den typischen, rauen Teutonen-Charme zu genießen, der allzeit präsent ist. "Hate Is My Engine", der zweite neue Titel, geht ebenfalls ungezügelt und packend zu Werke, bevor das ruhig beginnende und als Kontrapunkt zum hemmungslosen Gethrashe der Vorgängertitel fungierende "Burial At Sea" (ebenfalls eine Neuinterpretation des Songs vom Debut) in seinem Midtempo den Sack zumacht. Die neue Mini (für faire 5 Euro hier erhältlich) ist mit seinen zwei neuen Songs ein sehr feiner Appetithappen auf den vollständigen Longplayer, der anscheinend in Bälde ins Haus steht!



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (03.07.2015)

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