The Antichrist Imperium - The Antichrist Imperium

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VÖ: 07.08.2015
Bandinfo: The Antichrist Imperium
Genre: Black / Death Metal
Label: Apocalyptic Witchcraft
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Lineup  |  Trackliste

Die Review-Ultra-Kurz-Version von THE ANTICHRIST IMPERIUM: wie AKERCOCKE, nur ein bisschen älter und mit weniger Haaren.

Für wen diese Beschreibung doch zu kurz war, hier noch einige Details: Die britischen Prog-Schwarzmetaller hatten sich ja 2012 aufgelöst (immer diese „musikalischen Differenzen“…). Zwei ehemalige Mitglieder, der ein paar Jahre tätige Gitarrist Matt Wilcock und Gründungsmitglied David Gray (Drums) haben sich anscheinend nicht mit dem Ende der Band abgefunden und haben mit THE ANTICHRIST IMPERIUM so etwas wie den legitimen Nachfolger von AKERCOCKE gegründet.

Das selbstbetitelte Debütalbum „The Antichrist Imperium“ fährt da fort, wo AKERCOCKEs „Words That Go Unspoken, Deeds That Go Undone” (2005) oder „Antichrist” (2007) aufhörten: Knochentrockener Black Metal mit starker Death-Schlagseite und progressiven Elementen. Der große Unterschied zu damals: Gitarrist/Frontman Jason Mendonca ist nicht mit von der Partie.

Und die charakteristische Stimme von Mendonca geht den alten Antichristen schon ab. Sam Loynes und Sam Bean (die sich die Vocals teilen) können den charismatischen Frontmann trotz ansprechender Leistung nicht ganz ersetzen – wobei es auch einige Parts gibt, wo die Vocals positiv auffallen, etwa bei den ruhigen Teilen von „The Spiritual Rapist“, wo man an die emotionale Düsternis von WARREL DANE auf den frühen NEVERMORE-Highlights erinnert wird. Rein musikalisch ist ansonsten (fast) alles gleich geblieben.

Die besten Songs auf „The Antichrist Imperium“ klingen nämlich wie klassische AKERCOCKE-Kracher: „The Spiritual Rapist“, „The Stiffening Of Death“ und „Epitapth“ mischen ruhige, verstörende Passagen mit wütenden Black/Death-Attacken. Ab und zu driften auch Melo-Death-Anklänge („Silhouette And Flame“), bluesige Soli („The Spiritual Rapist“) und orientalisch wirkende Skalen („Epitapth“) durch das antichristliche Musikuniversum.

Auch schon bekannt: Die für Black Metal eher untypischen, mehr nach klassischem Heavy Metal klingenden Soli von Matt Wilcock und das brachiale Drumgewitter von David Gray (man höre nur „The Stiffening Of Death“, „Silhouette And Flame“, „Epitapth“). Gefühlt geht „The Antichrist Imperium“ allerdings insgesamt etwas mehr in Richtung Death Metal (siehe „Elegy“ oder „Desecrated Remains“ – fast reinrassige Death-Walzen).

An die ganz großen Momente von AKERCOCKE („Choronzon“!) reicht „The Antichrist Imperium“ zwar nicht ganz heran, es ist aber trotzdem ein ganz kräftiges Lebenszeichen der Black-Prog-Fraktion geworden. Die Klasse und Originalität der Engländer war, abgesehen von alten Helden wie ENSLAVED oder IHSAHN, in dem Bereich ja relativ allein auf weiter Flur.

Außerdem erfreulich: Dass die Jungs trotz respektabler Kurzhaarfrisuren (nix mehr mit langen Frittaten!) nichts von der alten revolutionär-antichristlichen Attitüde verloren haben. Ich sage nur „Kill For Satan“…



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (30.07.2015)

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