THE OTHER - Fear Itself

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VÖ: 19.06.2015
Bandinfo: THE OTHER
Genre: Punk
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste

THE OTHER sind bei Fans diverser Genres bekannt, da diese Mixtur aus Punk, Horror und Goth den Fans härterer Musik ja seit den MISFITS- bzw. DANZIG-Werken nicht ganz fremd ist. Punkige Musik mit Klängen anderer Subgenres zu vermischen und ein cooles (Horror-)Image zu inkludieren ist eben per se mal kein schlechtes Rezept. Die ähnlich agierende Konkurrenz ist THE OTHER zudem nur selten qualitativ voraus gewesen. Und dennoch muss man nüchtern feststellen: Für die große Karriere reichte es für THE OTHER bislang nicht. Über die Gründe dafür könnte man spekulieren, doch dies passt eher in eine biografische Abhandlung als in ein CD-Review.

Bei “Fear Itself“ vertrauen THE OTHER jedenfalls abermals auf eine breite Basis an verschiedenen Stilelementen. Was die Plattenfirma in ihrem Promoschreiben als „traditioneller Metal-Opener“ bezeichnet ist „Nie mehr“. Und genau dieser Song macht deutlich, welche Schwierigkeiten THE OTHER beim Durchschnittsfan wohl haben werden. Denn dieser Song ist in erster Linie als „Deutschpunk“ zu verstehen, der mit dem Rest des Albums nichts zu tun hat. Es mag Tradition sein, die Hörer gleich zu Beginn vermeintlich in eine falsche Richtung zu lotsen, prinzipiell ist dies aber auch eine Irreführung neuer Fans, die “Fear Itself“ eventuell eher für eine Compilation als für ein homogenes Gesamtwerk halten. Dies ist an sich schade, denn zumindest thematisch bleiben sich THE OTHER zu jedem Zeitpunkt treu und kredenzen einige nette Gruselgeschichten, die großteils in ansprechendes Soundgewand gekleidet wurden. Mich persönlich stört der musikalische Abwechslungsreichtum auch keineswegs, Kritiker könnten diese breite Palette an kredenzten Stilelementen aber für eine Orientierungslosigkeit halten. Die Plattenfirma sieht zum Beispiel auch Elemente von THIN LIZZY, IRON MAIDEN, aber auch THE CULT und DANZIG. Und dann gibt es eben noch Punk und meiner Meinung nach den einen oder anderen Schuss THE VISION BLEAK, was wohl auf die Orientierung an die düstere Thematik zurückzuführen ist. Somit lässt sich feststellen: Schlecht ist dies alles nicht, ungewöhnlich und eventuell etwas unberechenbar allerdings schon.

Doch einigen Songs sollte man schon eine Chance geben, wie z.B. dem DANZIGesken “Doll Island“, hinter dem übrigens eine sehr interessante, tatsächlich etwas gruselige Geschichte steckt (man suche im Internet nach "Isla De Las Muñecas") oder dem interessanten “The Price You Pay“ mit einem wirklich starken Refrain. Manchmal ist man natürlich schon drauf und dran es etwas mit der Aufdringlichkeit der Refrains zu übertreiben. Für den einen oder anderen Metalhead wird z.B. “Bloodsucker“ schon etwas zu cheesy klingen. Mir gefällt der “Funeral March“ gut, bei dem sich THE OTHER kreativ durchaus austoben und sehr düster klingen. Das Fazit: Wer THE OTHER bislang schon gut fand, wird auch mit “Fear Itself“ hochzufrieden sein. Für eine partielle Empfehlung reicht es aufgrund der Unterhaltsamkeit der Platte allemal!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (15.07.2015)

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