ZANDELLE - Perseverance

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VÖ: 24.07.2015
Bandinfo: ZANDELLE
Genre: Progressive Power Metal
Label: Pure Steel Records
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Lineup  |  Trackliste

Im Westen was Neues - und zwar von der US-amerikanischen Power-Metal Underground-Front. ZANDELLE haben hier nach einigen Jährchen Wartezeit ein weiteres Scheibchen zusammengeklöppelt, das auf den Namen "Perseverance" hört. Was übersetzt in etwa soviel wie "Beharrlichkeit" bedeutet und somit ganz gut auf die mit guten 20 Jahren schon relativ lange dienende Band zutrifft. Allerdings hat es die Truppe trotz der namensgebenden Ausdauer nie geschafft aus dem Untergrund herauszutreten - und warum das so ist merkt man auch sehr schnell, wenn man sich "Perseverance" zu Gemüte führt.

Verspricht das stimmungsvolle Intro "Resurgence" noch amtlichen Hörgenuss auf hohem Level, wird schon beim Opener "Unending Fortitude" klar, dass es dann doch eher durchschnittlich wird. Zwar ist der Song nicht schlecht, doch stellt sich schon nach kurzer Zeit das gefürchtete 'schon mal wo gehört'-Gefühl ein, dessen man sich auch bei "End Game" nicht erwehren kann. Häufig setzen die Amerikaner auch darauf, durch Tempowechsel und vertrackte Rhythmen Progressivität zu suggerieren, was aber im Falle von "Shadow Slaves" und dem Titeltrack "Perseverance" nicht so wirklich funktionieren mag. Zudem offenbart Sänger George Tsalikis auch gerade in den höheren Passagen Schwächen, wohingegen die gesangliche Leistung eine Tonlage tiefer richtig gut ausfällt, wie man bei der musikalisch unspektakulären Quotenballade "Innocence Lost" bemerken kann.

Zu wenig Mut für Experimente kann man ZANDELLE nicht vorwerfen, auch wenn das in Form von "Beyond The Point" leider völlig in die Hose geht - der schräge, wie ein Elektro-Digeridoo klingende Keyboardsound sorgt einfach nur für Fragezeichen beim Hörer. So wie das Keyboard an einigen Stellen des Albums generell wie ein Fremdkörper in den Songs wirkt. Dass es aber auch bedeutend besser geht, beweisen ZANDELLE mit dem vergleichsweise wütenden "Midnight Reign", das zu Beginn gar ein wenig an POWERWOLF erinnert. Ziemlich gelungen auch der Rausschmeißer, der mit Überlänge glänzt, aber dafür über einen guten Aufbau sowie gelungenen Spannungsbogen verfügt. Ein in sich geschlossener Track mit eigenem Intro und Outro, der zeigt, dass ZANDELLE sehr wohl auch richtig interessante und unterhaltsame Songs schreiben können.

Insgesamt hat "Perseverance" aber einfach keine wirklichen Höhepunkte, mit dem es sich im Gehör festsetzen könnte. Mit der zudem etwas flachen, stellenweise recht halligen Produktion ergibt sich so ein durchschnittliches Scheibchen, das sich unauffällig in die Schwebe zwischen amerikanischem und europäischem Power Metal einfügt. Für Freunde des melodischen Power Metals taugt ZANDELLE auf jeden Fall zur unaufgeregten Beschallung, aber darüber hinaus wird es schwierig für die Amerikaner, sich gegen die zahlreiche und deutlich bessere Konkurrenz durchzusetzen.

Anspieltipps: "Midnight Reign", "Revengeance (From The Ashes)"



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (23.07.2015)

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