Black Majesty - Cross Of Thorns

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VÖ: 04.09.2015
Bandinfo: Black Majesty
Genre: Metal
Label: Pride & Joy Music
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Lineup  |  Trackliste

Dass die Power Metal-Combo BLACK MAJESTY ursprünglich aus Australien stammt, ist für mich bei jedem neuen Album-Output der vier sympathischen Mannen immer wieder ein Paradoxon. "Truere" Cover-Artworks finden sich wohl nur bei MANOWAR oder SACRED STEEL, obwohl die Jungs alles andere als "Sword & Blood"-Verfechter sind, gehören die "schwarzen Majestäten" für mich ganz klar zu den Bands, die den melodischen Metal seit vielen Jahren unter die Leute zu bringen versuchen und das mit ganz viel Leidenschaft und Einsatz. Deshalb überrascht es auch nicht, dass das aktuelle 2015er Album namens "Cross Of Thorns" diesen seit 2002 eingeschlagenen Pfad mehr als konsequent fortsetzt. Waren die letzten beiden Veröffentlichungen "In Your Honour" und "Stargazer" bereits amtliche Power Metal-Scheiben, die sich wirklich hören lassen konnten, ist der ganz große Wurf in Albumlänge bis dato aber ausgeblieben.

Woran das liegt? Wahrscheinlich genau an denselben Faktoren, die auch "Cross Of Thorns" zu einem soliden, aber nicht überragenden Longplayer werden lassen. Am Songwriting per se kann es nicht liegen, BLACK MAJESTY zeigen sich nämlich offen für alle möglichen Rhythmuswechsel, packen gleich zu Beginn eine an FREEDOM CALL erinnernde, unglaublich eingängige Uptempo-Nummer ("Phoenix") aus, um danach etwas rockiger und straighter zu werden, denn "Anneliese" weiß - trotz ungewohntem Songtitel und etwas zu flachen Synthies im Hintergrund - zu gefallen. Und in dieser Tonart geht es auch weiter. Immer auf die Zwölf, immer mit der treibenden Doublebass im Background und immer auch mit gelungenen Riffs, die den vorliegenden Songs gute Strukturen geben. Dass Fronter John Cavaliere bei unglaublich treibenden Songs wie "Vlad (The Impaler)" stimmlich manchmal etwas zu eindimensional (sprich zu hoch) daher kommt, kann dabei mitunter ignoriert werden, trägt aber sich dazu bei, dass "Cross Of Thorns" auf der einen Seite zwar von vorne bis hinten keinen einzigen wirklich Durchhänger vorzuweisen hat, auf der anderen Seite aber eben auch keine Nackenbrecher-Highlights.

Wie gesagt, Titel wie "Out In The Fields" können mit dem spacig-unterlegten Chorus zwar irgendwie überzeugen und auch der Melodiebogen in "Misery" ist nicht von schlechten Eltern, irgendwo hat man das Ganze aber schon einmal gehört. Und dass das nicht unbedingt etwas Schlechtes ist, muss dabei natürlich herausgehoben werden, denn mit "Cross Of Thorns" legt BLACK MAJESTY den legitimen Nachfolger zu "Stargazer" ab. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. An manchen Stellen ist das Album unglaublich tight, an manchen wieder etwas zu langatmig. Alles in allem ein grundsolider Output aus Down Under, der den Jungs von BLACK MAJESTY aber wohl wieder nicht die Tür zum großen Genre-Thron öffnen wird. Dazu fehlt wieder etwas, ein paar Ingredienzien, die Mitbewerber nicht vorweisen können. Was das ist? Das ist leider sehr schwer zu beschreiben. Für Fans von GAMMA RAY, HELLOWEEN, MAJESTY und Co sind BLACK MAJESTY aber nach wie vor ein absolutes Muss. Starker, wenn auch nicht zwingend genialer Power Metal aus Australien - das passt schon so...



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: mat (27.08.2015)

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