Defect Designer - Ageing Accelerator

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VÖ: 13.07.2015
Bandinfo: Defect Designer
Genre: Progressive Death Metal
Label: Sleazy Rider Records
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Lineup  |  Trackliste

Vom Namen her eher unscheinbar, aber musikalisch top sorgen DEFECT DESIGNER für eine freudige Überraschung in diesem Sommer. Liest man ein bisschen nach, erklärt sich die hohe Qualität von „Ageing Accelerator“ dann doch relativ rasch, es sind nämlich Supergroup-mäßig Mitglieder von SEPTICFLESH, CRYPTOPSY und TROLLFEST beteiligt.

Vom Genre passt DEFECT DESIGNER relativ gut zu den genannten Bands (außer TROLLFEST): Für technisch starken, progressiven Death Metal sind ja CRYPTOPSY und SEPTICFLESH durchaus zu haben. Stark in der MORBID ANGEL-Tradition verhaftet (technisch anspruchsvoll, düster, mit ab und zu eingestreuten elektronischen Elementen), spannen die Jungs den Bogen noch etwas weiter Richtung Progressivität – da werden auch mal Fusion-, Blues- oder Jazz-Elemente eingestreut.

Das funktioniert auch zum Großteil hervorragend. Abgesehen vom Opener „Corpsewatcher“ sorgt vor allem die zweite Albumhälfte für Highlights, etwa das schräge „Berenice“ (geiler Orgelpart!) oder das abwechslungsreiche „Temple Of Artemis“. Und bei allen heftigeren Teilen begeistert vor allem das Drumgewitter von CRYPTOPSY-Flo Mounier (die ruhigeren Parts sind eher weniger sein Ding). Auch die Gitarrenfraktion sorgt mit hervorragender Technik und fetten Riffs für oftmaliges Schmunzeln.

Nicht ganz können da die Vocals mithalten, denen ab und zu die Kraft ausgeht. Einige Songs („The Terrible“, „Flies On Your Lips“) sind auch eher unspannend. Und ob das Outro-Lead auf „I Remeber You Dead“ absichtlich oder nicht ganz stark an den ollen „Earth Song“ von MICHAEL JACKSON erinnert, ist auch schwer zu sagen (nehmen wir einfach eine leicht ironische Verbeugung vor dem "King Of Pop" an).

Trotz dieser kleinen Mängel macht das Album insgesamt viel Spaß. Schwankten die Jungs beim Vorgänger „WAX“ noch zwischen „Genie und Wahnsinn“, ist man auf „Ageing Accelerator“ definitiv näher am Genie angelangt. Als Alternativprogramm bei dieser Affenhitze durchaus zu empfehlen: Kühlen Keller suchen, Kopfhörer auf, frisches Getränk in die Hand und bei „Ageing Accelerator“ auf Play drücken!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (20.07.2015)

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