Gloryhammer - Space 1992: Rise Of The Chaos Wizards

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VÖ: 25.09.2015
Bandinfo: Gloryhammer
Genre: Symphonic Metal
Label: Napalm Records
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Lineup  |  Trackliste

Nach dem Superdebüt „Tales From The Kingdom Of Fife“ zeigt sich GLORYHAMMER, die Band von ALESTORM-Leader Christopher Bowes, zumindest musikalisch unverändert. Auf „Space 1992: Rise Of The Chaos Wizards“ dominiert einmal mehr epischer Metal mit einem Hang zur Selbstironie, der trotz aller Power auch die melodischen Elemente nicht missen lässt. Was das Songwriting betrifft, wurde die Linie des Erstlings beibehalten.

Die gesamte Bandbreite von symphonischen Krachern wie „Rise Of The Chaos Wizards“ oder der superbe, galoppierende, mit viel Pathos ausgestattete Kommerzhammer „Legend Of The Astral Hammer“, bis hin zu dem eingängigen „Victorious Eagle Warfare“ wird abgedeckt. Selbsternannte Heavy-Metal-Päpste werden in ihrer grenzenlosen Intoleranz ein poppiges, fast schon technolastiges Stück wie „Universe On Fire“ vermutlich gnadenlos verreißen, aber- „Fuck It“-, dass Songs in dieser Machart auch ganz gut funktionieren, haben ja BATTLE BEAST erst vor kurzem mit „Touch In The Night“ bewiesen. „Space 1992: Rise Of The Chaos Wizards“, das zweite Kapitel der epischen GLORYHAMMER-Saga, schreibt Geschichte und Zukunft gleichermaßen um und lässt den Astral-Hammer auf dem Schlachtfeld gegen bitterböse Chaos-Magier kreisen.

Tausend Jahre sind vergangen, seit der Hauptprotagonist, der tapfere Held Angus McFife, den bösen Zauberer Zargothrax in der Schlacht von Dunfermline besiegte. Jetzt wollen aber dunkle Mächte den bösen Zauberer aus dem finsteren Eisgefängnis befreien, um wieder die Herrschaft über das Universum zu erlangen. Dieses tragische Schicksal zu vermeiden, liegt wieder mal in den Händen von unserem Freund Angus McFife. Diese Geschichte wird in zehn ruhmreichen Schlachtenhymen erzählt, die um einiges orchestraler und bombastischer ausgefallen sind und auch trotz ihrer Härte kommerziell genug sind, um eine breite Käuferschicht anzusprechen. Meisterlich verschmelzen die Herren ihre vielfältigen Einflüsse (HAMMERFALL, FAIRYLAND, LUCA TURILLI'S RHAPSODY, DIONYSUS, KAMELOT, HELLOWEEN) und schaffen ein homogenes und kompaktes Album, das durch mitreißende, manchmal kitschige Refrains und bombastische, soundtrackähnliche Momente gekrönt wird.

Sänger Thomas Winkler führt stimmgewaltig durch diese vertonte Abenteuerreise und beweist, dass er mittlerweile zu den Top-Sängern in diesem Genre zählt. Dennoch haben die Schotten nichts von ihrer Power verloren und konnten sich durch die famose Gesangsleistung noch einmal entscheidend verbessern. Hier passt einfach alles – duellierende Gitarren, treffsichere Leads, fesselnde Vocals, packende Rhythmen, alles perfekt intoniert. Das alles macht diese Scheibe zu einem Paradebeispiel in Sachen Metal-Kunst. Die Zeichen stehen diesmal wirklich gut, denn „Space 1992: Rise Of The Chaos Wizards“ übertrifft seinen beileibe nicht schlechten Vorgänger um Längen.

Um die ohnehin schon tolle Scheibe noch so richtig würdig abzurunden, legen die Herren am Ende, vor Selbstbewusstsein strotzend, das über neunminütige Meisterstück „Apocalypse 1992“ nach, dessen Variabilität und Konzeptionierung sich wahrlich nicht vor den ganz großen Namen im Business verstecken muss. Am 25. September AD 2015 wird das Unheil über die Kämpfer der mächtigen Galaxie hereinbrechen, denn dann wird euch der ungleiche Kampf Gut gegen Böse bis zum absoluten Showdown sprichwörtlich den Atem rauben. Aber mit dem Hintergrundwissen, ein tolles Album zu erwarten, muss man sich vor der kulturell hochwertigen Lehrstunde demütig verbeugen. Im Klangkosmos des Melodic-Metal könnte die Band zu einer wichtigen Institution werden - vor allem, wenn in den nächsten Monaten als Support von STRATOVARIUS fleißig getourt wird. Grandios, deshalb gibt’s fünf magische Kristalkugeln von mir.



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: manfred (17.09.2015)

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