BONFIRE - Glörious

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VÖ: 24.04.2015
Bandinfo: BONFIRE
Genre: Hard Rock
Label: H'Art
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Lineup  |  Trackliste

Viel ist von den originalen BONFIRE nicht mehr übrig. Genauer gesagt ist es nur noch Hans Ziller, Epizentrum und Hauptsongwriter. Bei der ehemals recht erfolgreichen bayrischen Kapelle war das Personalkarussell nach den Großtaten "Fire Works" (1987) und "Point Blank" (1989) zwar ohnehin in Dauerrotation, aber dass jetzt auch noch Sympathiebolzen und Charakterfresse Claus Lessmann gegangen wurde, verwundert doch ein wenig. Dafür hat man mit David Reece (ex-ACCEPT, BANAGALORE CHOIR) wenigstens adäquaten Ersatz am Start und der Verlust schmerzt in Anbetracht der ziemlich ähnlichen Stimmlage nicht ganz so gewaltig.

Konnte man vor 25 Jahren noch sagen "okay, da läuft 'ne deutsche Band" - ja selbst bei späteren Releases wie "The Räuber" blitze immer noch der klassische Teutonen-Hardrock-Ansatz durch - so hat man sich mit "Glörious" in die lange Warteschlange glattgebügelter Hardrock-Combos amerikanischer Bauweise eingereiht und das hat Vor- und Nachteile gleichermaßen. Die Vorteile sind schmissige Songs, super produziert, druckvoll und unterhaltsam, da kann man jede Gartenparty damit aufpeppen und auch so manche Hardrock-Sause. Die Nachteile: Die schmissigen Songs sind zwar super produziert, klingen aber dadurch schon fast zwanghaft wie am Reißbrett entworfen.

Versteht mich nicht falsch: "Can't Break Away" mit seinem Ohrwurm-Refrain oder "Supernatural Disguise" sind super Songs, zeitlos, einfach und gut, das ganze Album hat selbst trotz einiger obligatorischer Seichtheiten ("Falling Outta Love") keinen wirklichen Hänger. Kompositorisch passt von den Arrangements bis hin zu den teils opulenten Chören alles pipifein. Aber irgendwo fehlt am Ende die glaubwürdige Erdigkeit, für die BONFIRE lange ein Garant waren, auch in ihren schlechteren Zeiten. Aber wenn das die neue Richtung ist, in die Hans Ziller gehen will, dann sei es eben so. Es gibt Schlimmeres als das und besser die Band haut ein vorhersehbares, qualitativ hochwertiges Teil raus, als sie demontiert sich selbst. Man darf gespannt sein, ob BONFIRE in dieser Besetzung auch live so überzeugen können, wie wir es bisher gewohnt waren...
 



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (15.09.2015)

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