KATAKLYSM - Of Ghosts And Gods

Artikel-Bild
VÖ: 31.07.2015
Bandinfo: KATAKLYSM
Genre: Death Metal
Label: Nuclear Blast Records
Hören & Kaufen: Amazon
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die Kanadier dürfen auf eine mittlerweile bereits stattliche, über zwei Jahrzehnte umfassende Karriere zurückblicken. Beachtlich für die Ahornblätter, mit denen ich mich vor allem zu Beginn ihrer Laufbahn eher schwer anfreunden konnte. Die Begeisterung wuchs erst im Laufe der Jahre und bis zum heutigen Tage kann ich ihnen viel abgewinnen, vor allem auch live, wenngleich sie zuletzt mit einer Vorband wie KRISIUN doch etwas in Bedrängnis gerieten und der brachialen Liveleistung der Brasilianer nur mit viel Professionalität und einer wuchtigen Hitpackung beizukommen vermochten (zum Livereport). Das veröffentlichungstechnische Highlight "In The Arms Of Devastation" heimste seinerzeit zurecht eine hohe Bewertung ein. "Prevail" von 2008 folgte dem Vorgänger noch in der Spur, dann jedoch begann das mächtige Antlitz des Vierers ein wenig zu bröckeln, wenngleich mir "Heaven´s Venom" und auch "Waiting For The End To Come" bis heute recht gut gefallen. Was haben KATAKLYSM der Garde der modernen Härtner im Jahren 2015 entgegenzusetzen? Gleich eingangs sticht das zuletzt fehlende Sample-Intro ins Ohr. Was folgt, ist ein vielschichtiges und abwechslungsreiches Werk, das allerdings den einen oder anderen Hördurchlauf benötigt, um seine Wirkung ganz entfalten zu können und in seiner Gesamtheit überzeugen zu können.

„Breaching The Asylum“ stellt im Anschluss einen idealen Einstieg dar und zwingt mit einer knackigen Mischung aus wuchtig stampfender Härte, feinem Up-Tempo und gelungener Melodik in die Knie. Schon dieser Song macht klar, dass KATAKLYSM eine ihrer größten Stärken herausgearbeitet haben und vermehrt den wuchtigen Groove kultivieren, der sie vom einstigen Blast-Orchester immer mehr in Richtung "moderne Mid-Tempo-Epik trifft brachiale Härte" rückt(e). „The Black Sheep“ folgt auf dem Fuße und erinnert an MACHINE HEAD, während „Marching Through Graveyards“ danach mit unerbittlicher Härte und höherer Geschwindigkeit auftrumpft. „Thy Serpents Tongue“ killt mit tödlichem Groove, während „Vindication“ ein Mitbrüller ist. Es folgt einer der eingängigsten und besten Tracks des Albums, das flott marschierende „Soul Destroyer“. Wer modern-kühle, technisch angehauchte Härte á la DECAPITATED zu schätzen weiß, liegt hier goldrichtig! „Carrying Crosses“ dröhnt ebenfalls mächtig und lädt ebenso wie das gedrosselte „Shattered“ zum Mitbrüllen ein. Bei „Hate Spirit“ darf Neo-Drummer Oli (Stammdrummer Max Duhamel musste wegen gesundheitlicher Probleme die Segel streichen) noch einmal groß aufzeigen, man bekommt klassischere KATAKLYSM aufgetischt und auch Maurizio darf mal richtig schreien, bevor das sich langsam aufbauende „The World Is A Dying Insect“ am Ende den ausladenden Schlusspunkt unter das Album setzt.

Technisch und klangbildlich ist wieder alles im grünen Bereich, auch wenn die zuletzt weitverbreiteten KATAKLYSM-Basher sicher wieder etwas zum Mosern finden werden. Hier gibt es allerdings keinen Tadel, die Kanadier wuchten mit Härte und Soundvolumen wieder vieles aus dem Weg. Sie zeigen große Klasse, versuchen sich nicht selbst zu kopieren und setzen vermehrt auf tödlich-stampfendes Mid-Tempo. Spätestens mit dem zweiten bis dritten Hördurchlauf sollten die anfänglichen Zweifel aus dem Weg geräumt sein, ab da sollte es Klick gemacht haben. An die eigenen, großen Referenzwerke kommt „Of Ghosts And Gods“ nicht heran, eine Steigerung und vor allem Weiterentwicklung zum Vorgänger ist allerdings feststellbar. KATAKLYSM überzeugen mit Abwechslungsreichtum, wohldosierten Eruptionen, Melodie und episch-moderner Härte. Band-Hits im Stile der bekannten Brecher tummeln sich keine auf dem neuen Dreher aus Ahorn-Country, allerdings besticht das zwölfte Album mit seiner Reife als kompakter Kraftbrocken, der sich in die gutklassigen Werke der Band-Diskografie einreiht. Das Ende der Fahnenstange hat der Vierer noch nicht erreicht, mit dem hier gezeigten Feuer darf weiter mit der Band gerechnet werden!

Das sieht wohl auch KATAKLYSM-Gitarrist Jean-François Dagenais so, der sich im INTERVIEW den Fragen von Kollege Mike stellte!





Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (29.07.2015)

WERBUNG: Uzziel
ANZEIGE
WERBUNG: Escape
ANZEIGE