ST. PROSTITUTE - Glorified

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VÖ: 09.10.2015
Bandinfo: ST. PROSTITUTE
Genre: Hard Rock
Label: Mighty Music
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Lineup  |  Trackliste

Letztens sitzt man beim dritten Date mit der Herzdame gemütlich auf der Couch und um die Stimmung zu lockern schwingt man den Kadaver Richtung Plattenregal. Nach den letzten Fehlschlägen lautet die Strategie diesmal sanft umwerben anstatt brachial, morbider Psychiatrie-Romantik – wurde doch ASS TO MOUTH zuletzt mit verdrehten Augen gewürdigt und beim Kuschelklassiker “Stripped, Raped And Strangled“ ergriff das Objekt der Begierde doch sogar schreiend die Flucht. So langsam kommt einem vor, die Frauenwelt hat eine etwas unverständliche Ansicht von Romantik und man will doch schon fast aus Macht der Gewohnheit zur SPASM-LP greifen und besinnt sich doch in einem kurzzeitigen Geistesblitz – die Schweinsledermaske ist ja gerade in der Reinigung. Also doch den Softie raushängen lassen und da kommt „Glorified“, der zweite Longplayer der Dänen ST. PROSTITUTE, gerade recht.

„Lege so viele Frauen flach wie du willst!“ und im Gegensatz zu einschlägigen Werbeanzeigen funktioniert das mit „Glorified“ nahezu ausnahmslos. Geschmacksverwirrte Disco-Bitches einmal ausgenommen– aber die will ja sowieso keiner, oder will irgendjemand ernsthaft neben einer Chantal aufwachen die sich bis heute nicht merken kann, dass der Typ „Jeff!“ heißt? Nein wollen wir nicht, Dummheit macht unattraktiv und dann gibt es nur mehr „Farewell & Goodby“ zu sagen… „kiss my middlefinger!“ Und so startet das Schnulzenfeuerwerk zur Vortäuschung, man wär doch ein Schmuserocker der bei H.E.A.T. in der ersten Reihe steht und Tränen in den Augen bekommt (ja Herr Kollege, es sind wirklich Sie gemeint!). ST. PROSTITUTE geben sich derweilen erfrischend spritzig und zelebrieren ihren cremigen Hard-Rock – eine Mischung aus MÖTLEY CRÜE und EUROPE – die Groupies stehen Schlange. Die „City Lights“ gehen aus und wir starten die „L.A. Party“, wo haben wir nur die hautenge Jeans und die Pornobrille verstaut? „Another glas of champaign!“ und ausnahmsweise reden wir heute nicht über Natursektspiele – Bad Ass ist man auch genug mit „Dead By Rock ´n´ Roll“. Eine zeitgemäße Hommage an die 80er, als Sex, Drugs and Rock ´n´ Roll noch Wirklichkeit waren, auch wenn man mit Nummern wie „Suicide Girl“ fast schon zu tief in die Schnulzenkiste greift, aber Klischeebedienung war und ist einfach immer noch wichtig. Einen Härtegrad über CINDERELLA erreicht man sowieso nie und doch zeigt sich „Glorified“ als reinrassiges Hard-Rock Album, das seine Sache richtig gut macht.

Hört also zu ihr Porngrindfetischisten und Death-Metal-Singles die mein Schicksal teilen. Wir unverstandenen Frontschweine denen die Frauen beim erklingen der ersten Pig-Squeals kreischend davonlaufen, stellt euch diese Platte ins Regal und der musikalische Axe-Effect wird auch bei euch Einzug halten. Wirkliche Abstriche gibt es nur in Bezug auf das etwas einseitige Songwritting, ein wenig mehr Abwechslung wär bei der nächsten Veröffentlichung wünschenswert, aber ansonsten bleibt nur zu sagen: Was letztes Jahr BROTHER FIRETRIBE mit „Diamond In The Firepit“ (zum Review) waren, sind dieses Jahr ST. PROSTITUTE - ein kleines vor Schmalz tropfendes Highlight 2015!

Tipps zum Anbaggern:
- City Lights
- Dead By Rock ´n´ Roll
- Such A Bliss



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Laichster (02.10.2015)

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