Amorphis - Under The Red Cloud

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VÖ: 04.09.2015
Bandinfo: AMORPHIS
Genre: Rock
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

AMORPHIS haben ihren Pfad gefunden. Von einer Death-Metal-Kapelle über die Jahre gereift zu einer der besten Bands, welche das atmosphärische Dark/Melancholic-Metal-Genre aufzubieten hat. Geblieben ist das phasenweise zum Einsatz kommende Gegrowle, der Rest ist epischer Metal allererster Sahne, der trotz allen Bombasts und geschmeidiger Arrangements niemals zu weichgespült klingt, dafür sorgen die knackigen Sechssaitigen und die tiefergelegte Röhre von Sänger Tomi Joutsen. Dem tollen Opener, der direkt am Vorgänger anknüpft, folgt das große „The Four Wise Ones“, eine brillant aufgebaute und spannende Hymne, die auch keltische Einflüsse vorstellt und mit viel Drive und Dynamik aufwartet. „Bad Blood“ schreitet mächtig, das Gegrowle und die im Song transportierte Dramatik fesseln mit dem marschierenden Grundriff und nach hinten hinaus dominanten Keyboardmelodien umgehend.

Und weiter geht es Schlag auf Schlag, „The Skull“ besticht mit seiner Jon-Lord-Gedächtnisorgel, dem ruhigen Mittelteil, einem spacigen Gitarrensolo und der zum Ende hin anschwellenden Dramatik. „Death Of A King“ (die erste Single aus dem Album) präsentiert orientalische Einflüsse, die sowohl dem Song wie auch der Band gut zu Gesichte stehen, Gastbeiträge kommen etwa von ELUVEITIEs Chrigel. „Sacrifice“ bietet bis auf Joutsens Gegrowle alle Band-Trademarks auf (herrlich melodische Gesangslinien, Gefühlwechselbäder etc.) für die man die Finnen liebt, während es „Enemy At The Gates“ etwas ruhiger angehen lässt. Das tolle “Dark Path” treibt das Akustikdrama auf die Spitze und erhebt sich zu einem Highlight auf einem ohnehin tollen Album, selbst das ein wenig NIGHTWISHige Piano stört kaum. Ein weiterer Querverweis erfolgt beim bärenstarken "Tree Of Ages“, das mit seinem folkigen Beginn und der keltisch-irischen Grundstimmung zu fesseln vermag. „White Night“ wird eingeleitet von Frauengesang, bevor Tomi Joutsen übernimmt und sich das theatralische Drama zum Albumende hin noch einmal groß aufschaukeln darf.

Der Suomi-Fünfer zaubert mit den gelungenen und hochemotionalen Hymnen voller ergreifend-melancholischer bis packend-aggressiver Grundtöne wieder ganz großes Gefühlskino. Pathos und Emotion triefen aus jeder Note der wiederum groß aufspielenden Finnen, die symphonischen Elemente nehmen den Hörer mit auf eine spannende, niemals langweile Reise in ihren Klangkosmos, der mittlerweile unverwechselbar ihnen gehört. Die Finnen gehen ihren erfolgreichen Weg konsequent weiter. Wie schon der tolle Vorgänger “Circle“ besticht auch das neue Album mit packenden Arrangements, ergreifenden Melodien, viel Atmosphäre und Dynamik und tollen Songideen. Das in ein sehr stilvolles Albumcover gekleidete „Under The Red Cloud“ ist eine Wundertüte voller Stimmungen und fesselnd von der ersten bis zur letzten Minute. Große Klasse!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (28.08.2015)

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