Black Trip - Shadowline

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VÖ: 28.08.2015
Bandinfo: Black Trip
Genre: Hard Rock
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Im Falle von BLACK TRIP waren sich sowohl Fans wie Kritiker einig. Quasi aus dem Nichts aufgetaucht, bediente das famose "Goin' Under" alle, die auf erdigen und kernigen Hardrock und Heavy Metal stehen. Und das nicht zu knapp! Ein Blick auf die Besetzungsliste (u.a. ehemalige NIFELHEIM, ENTOMBED und NECROPHOBIC-Mitglieder) ließ ein derart hochqualitatives, attitüdetriefendes Debütalbum in dieser Spielart kaum erahnen. Mit einem traumwandlerischen Gespür für ehrlichen und knackigen Retro-Sound zockte der gar nicht mehr ganz so junge Fünfer ein Album ein, das in Sachen Spritzigkeit und Bissigkeit spandextragenden, sonnenbebrillten und die wahre Lehre suchenden Jungspunden in nichts nachstand und gleichzeitig die Reife, Erfahrung und Abgeklärtheit der Beteiligten in sich vereinte. Und diese Attribute haben die fünf Schweden im Handumdrehen auch auf ihr zweites Album "Shadowline" transferiert.

Knapp ein Jahr nach dem Überraschungserfolg begeistern uns die Herren wieder mit rauen, authentischen Spirit atmenden Hymnen voller Herzblut und blindem Verständnis für das akustische Feeling jener ursprünglichen Tage. Der grandiose Opener „Die With Me“ nimmt einen mit seinen einschmeichelnd-melancholisch klingenden Gesangslinien, dem sprühend warmen Flair und seiner Spritzigkeit sogleich gefangen, der Refrain frisst sich umgehend fest und die geilen Melodien packen einen umgehend. Und auch „Danger“ oder der coole Titeltrack hinken der eingangs in punkto organischem Sound und positiv überschäumender Attitüde gezeigten Form kaum nach. Geile Riffrocker wie das flotte "Clockworks" überzeugen spielerisch, „Berlin Model 32“ wurde als erste Single auserkoren, während etwa doppelläufige Gitarren und geile Soli das fetzige "Sceneries" auszeichnen. Einzig "Rooms" als Interludium wirkt etwas überflüssig, mit "The Storm" hat sich gar ein ruhiger gehaltener Song reingeschmuggelt, der jedoch stimmungsmäßig zum Schluss hin immens anschwillt. Für die große Klasse von BLACK TRIP spricht jedenfalls, dass ein ansonsten ein wenig "cheesy" klingender Track wie "Subvisiual Sleep" cool rüberkommt.

Die Paten für den Sound der fetzcoolen Schweden wurden bereits im Review zum Debüt genannt, im Schnelldurchlauf seien hier noch einmal IRON MAIDEN, THIN LIZZY, SAXON, SCORPIONS und UFO erwähnt, daran hat sich auch auf "Shadowline" nichts geändert. BLACK TRIP trumpfen wieder mit knackigen Nummern auf, die mit tollen Gitarrenharmonien, erdigem Sound und den lässigen Vocals von Joseph Tholl (ENFORCER) gespickt sind. Wer der teils großen Klasse der mittlerweile verblichenen VANDERBUYST nachtrauert und oben genannte Classic-Bands liebt, liegt bei deren legitimen Erben goldrichtig und darf wiederum ein tolles Album der Skandinavien-Könner in die Sammlung eingemeinden. Einzig ein kleiner Gewöhnungseffekt hat sich beim noch gefestigter klingenden Zweitling eingeschlichen, jedoch reden wir hier von einer Gewöhnung an das ganz große Format, das die Band bereits mit ihrem Debütalbum gezaubert hat. Kaum eine aktuelle Combo versteht es besser, den urwüchsigen Geist des Metal und Hardrock noch ergreifender, authentischer und packender einzufangen und diese geile, urwüchsige Hardrock/Heavy Metal-Melange mit so viel Drive, Wärme und Spirit darzubieten!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (20.08.2015)

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