Metal Allegiance - Metal Allegiance

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VÖ: 18.09.2015
Bandinfo: METAL ALLEGIANCE
Genre: Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

All-Star-Projekte und Supergroups sind ja immer wieder üblich im Metal. Von Cover- und Tribute-Alben und Projekten abgesehen, konnten teils richtig brauchbare Ergebnisse erzielt werden, man denke etwa an IOMMI oder PROBOT. Eines darf gleich vorweg genommen werden. Die auf vorliegendem Longplayer aufgebotene Armada an Metal-Superstars kann hier mehr als mithalten. Den genauen Überblick über die hier Beteiligten findet der geneigte Leser in den Basisdaten oben, eine Aufzählung würde sämtlichen Rahmen sprengen. Zum Konzept: Hauptverantwortlich für die Songs zeichnet Mark Menghi (der allerdings bislang wohl nur Insidern bekannt sein dürfte und nicht weiters in den Metal-Lichtkegel tappte), welcher der musikalische Mastermind hinter diesem illustren All-Star-Ding ist und die ganze Geschichte 2011 ins Rollen brachte. Ihm zur Seite steht die Stammband um die erprobte Rhythmussektion Dave Ellefson (MEGADETH) und Mike Portnoy (THE WINERY DOGS, ex-DREAM THEATER), die Sechssaitige bedient TESTAMENTs Alex Skolnick, der dem Ganzen ein fettes Riffbrett gönnt. Jedem der von diesem Quartett geschriebenen Songs wurde ein Sänger zugeteilt, dem die Ehre zuteil wird, den Titeln ihren ureigenen Stempel aufzudrücken. Zudem steuerten zahlreiche Gäste ihre Beiträge bei. Die Liste liest sich dabei ohnehin wie das Who-Is-Who der Härtnerszene von ANTHRAX bis TRIVIUM. Jenseits des Atlantiks ist den Metalfans das Unterfangen vor allem von den Bühnen her ein Begriff, da die Meute bereits live auftrat (etwa auf der "Motörboat-Cruise") und der nunmehr eingespielte Longplayer ein Ausfluss dieser Liveaktivitäten ist, während in Europa bislang wohl nur die Wenigsten Notiz von diesem Kollektiv genommen hatten.

Bockstark ist vor allem der Opener mit LAMB OF GOD-Fronter Randy Blythe geraten, dem es gelingt, den Hörer von Anfang an bei Laune zu halten und seine Neugier noch weiter anzustacheln. "Let Darkness Fall" wurde MASTODON-Fronter Troy Sanders ebenso wie "Dying Song" (Anselmo) quasi auf den Leib geschneidert. Der ehemalige PANTERA- & DOWN-Fronter darf hier im hochklassigen-southern- und bluestriefenden Song leiden und seine ureigene Stimmband-Magie versprühen. Grundsätzlich regiert der moderne, US-geprägte Hartwurstsound, der vom jeweiligen Sänger individuell mitgeprägt wird. So etwa beim Chuck Billy-Track ("Can't Kill The Devil"), der flott und hart daherdröhnt und ein ideales Fundament für den TESTAMTENT-Fronter darstellt. Ein Special ist dabei das Quasi-Duett von DEATH ANGEL-Mark und LACUNA COIL-Cristina auf "Scars". Vor allem bei Osegueada wird wieder bewusst, welch einzigartiges Organ das Energiebündel sein Eigen nennt. Weniger herausragend die Leistung bzw. der Song ("Destination: Nowhere") von TRIVIUMs Matt Heafy, was allerdings KING'S X' Doug Pinnick im Gegensatz-Duell mit HATEBREED-Jamey auf "Wait Until Tomorrow" locker wettmacht.

Das launige Instrumental "Triangulum" ist als Solo-Aneinanderreihung überflüssig, aber wohl notwendig, um noch mehr Namedropping bezüglich Gastbeiträgen zu erreichen - man beachte die Aufstellung der beteiligten Musiker. Für einen versöhnlichen Abschluss sorgt Sympathiebolzen Mark Osegueda, der samt den beteiligten Musikern als Rausschmeißer noch einmal mächtig Gas gibt und mit "Pledge Of Allegiance" noch einen schmissigen und flotten Abschlusstrack liefert. Auch wenn beim Albumcover gespart wurde und der Deluxe Edition-Bonustrack (das DIO-Cover "We Rock") im Vorfeld leider nicht zu hören war, so macht der musikalische Inhalt absolut Sinn, solche Kollaborationen sind ja nicht zwingend Garanten für ein gutes Resultat. Fans der Beteiligten müssen ohnehin zumindest reinhören, doch auch als Musikprojekt per se hat die METAL ALLEGIANCE abseits der teils echt gelungenen und kompakten Härtnersongs absolute Daseinsberechtigung! Hier wurden nicht sinnentleert Gastbeiträge aneinandergereiht, sondern dem ehrlichen Bestreben gefrönt, richtige Songs zu schreiben, denen - aufgefettet um Gastbeiträge - von den jeweiligen Sängerkoryphäen ein markanter Touch verliehen wird. Selten hat eine solches Unterfangen mehr Sinn gemacht als hier, eine Fortsetzung scheint wohl vorprogrammiert!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (10.09.2015)

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