Macbeth - Imperium

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VÖ: 11.09.2015
Bandinfo: MACBETH
Genre: Heavy Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Schon in der DDR als subversive Elemente verboten und teilweise inhaftiert, gebeutelt von Schicksalsschlägen und von der breiten Masse mit Nichtbeachtung gestraft, doch MACBETH gibt es nach 30 Jahren immer noch und nach dem 2012er „Wiedergänger“-Longplayer geht es mit „Imperium“ wieder zurück in den Schützengraben. Wer glaubte mit der „Stalingrad Triologie“ hätten MACBETH den Zenit ihrer Leistungsfähgikeit erreicht, der wird von der neuen Langrille mehr als nur überrascht sein – der deutsche Panzer rollt und bringt uns ein direktes „Inferno“ an klassischen Heavy-Metal-Riffs im Stil früher ACCEPT-Alben und Thrash-Passagen im Zeichen KREATORs. So fallen die Brandbomben und der Feuersturm wütet bis nur mehr Asche übrig bleibt, mancher wird sich wohl an den deutschen Texten stören, doch thematisch bringen diese das präferierte WWII-Thema der Band erst richtig zum tiefgreifenden Ausdruck, wenn man im „Widerstandsnest 62“ den GI ins Ziel nimmt und feststellen muss, auch deutsche Soldaten waren nicht durchgehend Nazi-Monster und wurden vom Krieg gleicht traumatisiert wie der Rest des Kannonenfutters… "Nacht für Nacht kommen sie wieder und schauen mir ins Gesicht, lasst mich doch endlich Ruhen, ich tat nur meine Pflicht!"

Auch wenn das einigen nicht ins geschichtliche Weltbild passen wird, aber MACBETH sind so etwas wie die musikalische Version von “Unsere Mütter, unsere Väter“ – schonungslos in der Darstellung und knallhart. Wobei gerade das Reibeisen Olli Hippauf für die Atmosphäre sorgt, verzweifelt authentischer als auf „Verloren“ kann man nicht nach Kriegsvermissten rufen – Gänsehautfaktor garantiert. Mit „König der Henker“ fallen dann erst die Köpfe reihenweise bis „Pawlows Haus“ zurück in die Hölle von Stalingrad führt. Der letzte verbliebene Haufen stimmt die Sowjet-Hymne an und gefolgt von zermalmenden Riffs und quietschenden Panzerketten (Killer-Solo!) wird man ins Trommelfeuer geworfen und im Häuserkampf Mann für Mann verbraten… "auch wenn wir heute alle sterben, gibt es kein zurück!"

Die großen zwei Highlights von „Imperium“ stellen sich am Ende ein – „Ein Sturm wird kommen“ heißt es da und Pommerland brennt wie einst beim „Maikäfer“ bis zum letzten Haus ab. Die Sinnlosigkeit des Krieges vertont als brachiale Schlachtenhymne unter der das Blut der Zivilbevölkerung in Strömen über die Felder fließt… "bald werden wir wissen was Rache heißt, wir töten immer weiter, obwohl wir wissen – ein Sturm wird kommen!" Die menschenverachtende Brutalität des letzten Kriegskapitels wird impressiv dargestellt. Das lässt niemanden kalt und die endgültige beklemmende Atmosphäre welche einem die Luft einschürt, kommt mit der Vertonung von Josef Martin Bauers „Soweit die Füße tragen“, langsam schleppen wir uns zusammen mit Clemens Forell durch die Tundra und der Acht-Minuten-Brecher fühlt sich an wie tausend Meilen – den sicheren Tod im Nacken! 

Als Draufgabe gibt es im Digipak noch „Death Under Moonlight“, und Live-Versionen von „Fährmann“ und „Maikäfer“ (Unplugged) zu hören, was jedoch nur mehr eine nette Zugabe zum abgelieferten Stahlgewitter darstellt. „Imperium“ ist das beste MACBETH-Album – man schafft es ein von vorn bis hinten atmosphärisch/beklemmendes Szenario zu schaffen und gleichzeitig den schmalen Grat der geschichtlichen Interpretation zu Meistern ohne jemals Pietätlos zu wirken. Und um nicht nur des Lobes Hymnen zu singen, die Riffs hat man natürlich schon alle irgendwo so ähnlich gehört und der Panzer wird eigentlich auch nicht neu erfunden… aber er rollt, brachial und ohne Rücksicht auf Verluste!

Anspieltipps:
- "WN 62"
- "Ein Sturm wird kommen"
- "Soweit die Füße tragen"



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Laichster (07.09.2015)

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