Stratovarius - Eternal

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VÖ: 11.09.2015
Bandinfo: STRATOVARIUS
Genre: Progressive Power Metal
Label: Edel Records
Lineup  |  Trackliste

2009 stiegen STRATOVARIUS wie Phoenix aus der Asche empor und machten sich auf, ihre große Reise fortzusetzen. In vielerlei Hinsicht war seinerzeit nicht klar, wie und ob es mit dieser Band weiter gehen würde. Mastermind Timo Tolkki schmiss das Heft auf den Boden, übergab es nach einiger Zeit allerdings an die verbliebenen Bandmember. Wie würden STRATOVARIUS ohne ihren Schirmherren bestehen bleiben und an alte Erfolge anknüpfen können? Ganz einfach, einen neuen Gitarristen ins Boot holen und die Geschichte neu schreiben. Was dann folgte, waren drei Alben, die den Fortbestand der Band nicht nur sicherten, sondern das Vertrauensverhältnis gegenüber den Fans wieder vollständig herstellten. Gerade der letzte Output "Nemesis" fand innerhalb und auch außerhalb der Fanbase extrem großen Anklang. Was folgte, war eine ausgedehnte Tour und die anschließende, kurze Verschnaufpause, die sich die Jungs verdient hatten. Mit "Eternal" wollen sich die Finnen nun unsterblich machen und wortwörtlich ein Album für die Ewigkeit schaffen. Besonders auffällig ist auch hier wieder das sehr ausdrucksstarke Artwork, das sich ein Stück weit an den vergangenen drei Releases orientiert und so eine schöne Brücke schlägt. Was kann die Musik? Dazu nun mehr...

"Nemesis" vermochte es, die Band in einem unfassbar modernen Gewand zu präsentieren, doch der hymnische Touch blieb in keinem der Songs außen vor. Diesen Weg wollen die fünf sympathischen Jungs auf "Eternal" fortsetzen mit dem Unterschied, dass man seine Pforten öffnet und sich ein Stück "Oldschool" einfängt. "My Eternal Dream" beginnt mit dominanten Keyboards, die sich einem Drumgewitter par excellence hingeben und zu einer unfassbar druckvollen Einheit verschmelzen. Der gigantische Chorus lässt Gefühle der Vergangenheit aufkeimen, denn meine Ohren interpretieren hier durchaus einen sehr starken Einfluss der früheren STRATOVARIUS hinein. Dazu gesellt sich diese unbändige Spielfreude, die sich auch auf die erste Single "Shine In The Dark" überträgt. Dieser Song vertritt wiederum eher den modernen Touch, den die Finnen seit geraumer Zeit etabliert haben. Das geschieht mit düsteren, leicht verzerrten Keyboardsounds, verhältnismäßig ruhig angehauchten Strophen und einem explosionsartigen Refrain, der sowohl lyrisch als auch musikalisch eine starke, emotionale Bandbreite offenbart. Für mich persönlich bringt dieser Song all das auf den Punkt, was ich anno 2015 aus dem Power Metal Sektor hören will. Keine Ausnahme bildet das nach vorn preschende "Rise Above It", das den Hörer maximal im stampfenden, episch anmutenden Chorus kurz verschnaufen lässt, um die Gehörgänge auf andere Art und Weise zu "verwöhnen". Allgemein wird der geneigte Hörer hier durchweg mit einem wohligen Hörgenuss geradezu überschüttet und lässt einem praktisch gar keine Wahl, als noch tiefer ins Geschehen eintauchen zu wollen. Ob das an die Bandhymne "Eagleheart" erinnernde "Feeding The Fire", das extrem variabel gestaltete "In My Line Of Work" oder der gigantische Brocken von "Lost Saga" - hier greifen STRATOVARIUS zu keiner Sekunde auch nur ansatzweise ins Klo. Insbesondere was den Longtrack "Lost Saga" betrifft, muss ich bei all der Euphorie trotz allem noch los werden, dass das für mich der beste Song in Überlänge ist, den die Finnen je geschrieben haben. Nicht nur, dass sich der Song lyrisch etwas traut und in die Geschichte der Wikinger eintaucht, nein, er wirkt auch musikalisch frischer und innovativer als alles, was ich bisher aus den Gefilden der Band zu hören bekam. Ganz großes Kino, womit sich STRATOVARIUS in meinen Augen selbst ein Denkmal gesetzt haben.

Dürfen bei all dem Überschwall an positiven Gedanken denn auch ein paar kritischere Worte an den Leser gerichtet werden? Dürfen schon, wird im Zuge dieser Rezension allerdings nicht passieren. "Eternal" ist das Album, was STRATOVARIUS gebraucht haben, um sich endgültig von der Tolkki-Ära lösen zu können. Es ist die Platte, die schlichtweg alles andere aus der hauseigenen Diskografie in den Schatten stellt und damit neige ich meiner Ansicht nach nicht zur Übertreibung. 2015 haben die Jungs schlichtweg ein Album rausgehauen, das die gesamte Konkurrenz komplett niederwalzt und mit einer ordentlichen Portion an Selbstbewusstsein ganz oben thront. Hut ab!

Was Sänger Timo Kotipelto zum neuen Werk "Eternal" zu sagen hatte, könnt ihr in unserem großen STRATOVARIUS-Interview nachlesen - hier geht's zum Interview...



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Sonata (09.09.2015)

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