Threshold - European Journey

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VÖ: 13.11.2015
Bandinfo: THRESHOLD
Genre: Progressive Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Ihre beständige, nunmehr schon über zwei Dekaden währende Karriere krönten die Prog-Metaller THRESHOLD 2014 mit einer Europatour, auf der sie ihre Fanschar hochleben ließ. Auf Tonträger gebannt, dürfen sich nun alle, die die "European Journey" verpaßt haben, an diesem Live-Doppeldecker erfreuen. Und die famos und motiviert aufspielenden Engländer vermögen die gezeigte Dynamik, Spielfreude und positive Energie dank gelungener Song-Zusammenstellung und gut in Szene gesetztem, voluminös klingendem Sound auch ins heimische Prog-Metal-Kämmerchen zu transferieren. Die Ausnahmecombo balanciert auch in der Livesituation den Drahtseilakt über dem Abgrund der Belanglosigkeit und Konfusion meisterlich und serviert ihr wohlschmeckendes Oeuvre aus anspruchsvollem Songwriting, dank kerniger Gitarren ansprechend erzeugter Härte und trotz aller Komplexität in nachvollziehbare Strukturen gegossenen Songs, wobei schon der Einstieg mit dem flotten, fast eingängigen "Slipstream" bestens gelingt.

Zwischen fragil-einfühlsamen Klängen und wohldosierten Prog-Eruptionen ertönen die Gitarren manchmal knackiger und fordernder ("Long Way Home", "Watchtower On The Moon"), dann wiederum agiert die Band in der Instrumentierung behutsam und überzeugt mit perfekt-homogenem Zusammenspiel. Die Briten spinnen ein dichtes Netz aus ausladend-epischer Atmosphäre ("Pilot In The Sky Of Dreams", "The Hours"), fesselnder Instrumentalkunst ("The Box") und schöngeistigen Melodien ("Unforgiven", "Lost In Your Memory"), wobei der Schwerpunkt der gespielten Tracks naturgemäß auf den Nummern der letzten Alben "March of Progress" (2012) und "For The Journey" (2014) liegt. Dennoch geht die musikalische Reise bis zurück ins Jahr 1997, aus dem "Part Of The Chaos" berücksichtigt wurde. Besonders eindrucksvoll weiter etwa das anschwellende "Liberty Complacency Dependency", bei dem auch Sänger Damian Wilson förmlich über sich hinauswachsen darf.

Vorliegendes Livealbum unterstreicht das Ausnahmetalent dieser Combo und würdigt auch die grandiosen musikalischen Leistungen, welche die Band seit Jahren auch auf den Bühnen der Prog-Welt abliefert. Eine klare Warnung ergeht noch an alle Brachialfetischisten, die in dem Sextett wohl primär Sound-Weichspüler, verkopfte Musikstudenten, Griffbrettwichser und verkannte Musikgenies erkennen werden.



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (17.11.2015)

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