Royal Hunt - XIII - Devil's Dozen

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VÖ: 21.08.2015
Bandinfo: ROYAL HUNT
Genre: Melodic Metal
Label: Frontiers Records
Lineup  |  Trackliste

Sie sind nicht totzukriegen, die progressiven Melodic-Metaller von ROYAL HUNT. Und dabei haben es die Dänen geschafft, über die Jahre hinweg auch immer stets neue klangliche Facetten zu ihrem Sound hinzuzufügen und konnten so immer wieder abwechslungsreiche Outputs veröffentlichen.

Mit "XIII - Devil's Dozen" steht nun, der Name nimmt's vorweg, das bereits stolze dreizehnte Album in den Regalen der verbleibenden Plattenläden dieser Welt und einmal mehr haben sich die Mannen rund um den wiedergekehrten D.C. Cooper an den Vocals nicht lumpen lassen: Zwar nur acht Songs liefert man auf dem neuen Album aus, diese haben's dafür durchaus in sich; kaum ein Track, der da unter sechs oder gar sieben Minuten Spielzeit bleibt. Aber gut, genau sowas kennt und liebt man ja von ROYAL HUNT.

Und mit dreizehn Alben im Resümee kann natürlich davon ausgegangen werden, dass in puncto Songwriting den Herren niemand mehr etwas vormachen muss. Die Tracks des Albums sind natürlich von vorne bis hinten astrein durchkomponiert und sollten einmal mehr den Geschmack des geneigten Melodic Metal- und Rock-Fans treffen.

Allerdings, so muss ich doch sagen, kann Album Nummer dreizehn nicht ganz mit früheren Glanztaten mithalten. Zwar finden sich mit dem (originell jazzig) eingeleiteten "May You Never (Walk Alone)" oder "A Tear In The Rain" auch amtliche Kracher auf dem Album, demgegenüber stehen aber auch Songs, die nicht mit den ganz großen Hooks punkten können, und so rangieren Tracks wie "So Right So Wrong" oder die maue, wenig zielgeleitete Powerballade "Until The Day" bestenfalls in der "Ferner liefen"-Rubrik des ROYAL HUNT'schen Schaffens, und auch "Riches To Rags" kann mich nicht überzeugen - denn obzwar der Song einen witzigen musikalischen Charakter ob des Einsatzes von folkloristisch klingenden Flöten (JETHRO TULL lassen grüßen) vorweisen kann, wirkt das Songwriting hier konzeptionell komplett deplaziert.

Unterm Strich bleibt so ein musikalisch zwar interessantes, im Kern (nämlich schlicht und ergreifend im "guten Songwriting") zu oft am Ziel vorbeischießendes Album, das zwar keinesfalls schwach ist, aber in seinem Charakter ein wenig unausgewogen wirkt und dem direkten Vergleich zu einem der eher rezenten Vorgänger, dem großartigen "Collision Course", für mich nicht standhält. Auch ist Mark Boals für mich der bessere ROYAL HUNT-Sänger, und wenn freilich auch D.C. Cooper seine Arbeit natürlich mehr als amtlich erledigt, kann er nicht ganz die stimmliche Finesse seines Kollegen erreichen.

Dennoch, wer Freude an melodischem Rock und Metal mit deutlich progressivem Einschlag hat, der sollte auch diesmal wieder bei ROYAL HUNT ein Ohr riskieren.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Dragonslayer (19.09.2015)

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