(Dolch) - I & II

Artikel-Bild
VÖ: 06.08.2015
Bandinfo: (DOLCH)
Genre: Doom Metal
Label: Van Records
Hören & Kaufen: Webshop
Lineup  |  Trackliste

Wenn es eine Band schafft, mit lediglich zwei Demos einen Deal mit "Van Records" und diverse (Festival-) Auftritte an Land zu ziehen, dann kann man sich über zwei Dinge sicher sein: dass diese Band etwas wirklich besonderes sein muss, und dass natürlich die ersten Schreihälse die "Don't Believe The Hype!" Keule auspacken.

Der Band schadet das nicht, denn trotz mehr oder weniger komplett fehlender Öffentlichkeitsarbeit verkauften sich die Demos wie geschnittenes Brot und sind heute, wenn überhaupt, nur zu Spitzenpreisen erhältlich. Durch diese künstliche Verknappung wird bei Sammlern natürlich der Jagdinstinkt geweckt und die Band erst so richtig interessant. Aber hält der Inhalt auch, was das Drumherum verspricht?

In diesem Fall kann die Frage kurz und knapp mit "Ja!" beantwortet werden. Noch bevor ein erstes Album erscheint hat das Label "Van Records" die beiden Demos zusammen, schlicht als "I & II" betitelt, neu aufgelegt - zu haben in diversen CD- und LP Editionen. Damit aber auch Besitzer der Demos noch einen Anreiz haben, sich das Ding ins Regal zu stellen, und um aus den Demos ein "richtiges" Album zu basteln, wurden die Lieder um zusätzliche Bass-Spuren erweitert.

(DOLCH) werden gerne in die Richtung Black-Metal gedrängt, aber bis auf die Ästhetik (das Cover, Auftreten) und evtl. den Texten ist hier keine Raserei und Gekeife angesagt. Viel mehr kann man den Sound, wenn überhaupt, mit URFAUST vergleichen, die zwar noch etwas ruppig-punkiger zu Werke gehen, aber ebenfalls einen gehörigen Ambient Anteil in Ihre Musik packen und echten Gesang verwenden.

Das "Bahrelied" führt mit Drones in die verhallt-vernebelte Welt von (DOLCH) ein, bevor ein langsamer, treibender Beat einsetzt und die weibliche Stimme einsetzt. Die monotonen Riffs verbinden sich nahezu perfekt mit der Stimme und lassen eine packende hypnotische Stimmung aufkommen.

"Hiob 1.1" ist eine Ambient Klanglandschaft, die von Neo-Folk-artigen Trommeln, Drones und der etwas mehr im Hintergrund agierenden Stimme zusammen gehalten wird. Ebenfalls top die Art, wie die Gitarren hier gespielt und Klangtexturen erzeugt werden - erinnert mich an das Album "A Night In Fear", welches DEUTSCH NEPAL zusammen mit THE MOON LAY HIDDEN BENEATH A CLOUD aufgenommen haben.

"Das Auge" ist das treibendste Stück des ersten Demos und erinnert entfernt an BURZUMs ikonisches Stück "Det Som Engang Var".

Das zweite Demo ist klanglich noch etwas Dark-Wave-lastiger. "Licht" ist ein sakral-erhabener Ohrwurm, hier gesellt sich erstmals auch eine männliche Stimme dazu, die Vocal-Arrangements sind eindringlich-geisterhaft.

"Maschine" klingt, wie der Name schon sagt, sehr maschinell-atonal und könnte auch so ähnlich von NON (Boyd Rice) stammen.

Am ehesten noch in Richtung verdrogter Okkult-Rock geht das Stück "Herz", welches auch am ehesten konventionelle Strukturen bietet. Beginnt eher gemächlich, die Klangschichten türmen sich gegen Ende noch auf. Das "Outro" greift das Piano-Thema vom Anfang noch einmal auf und schlägt die Brücke zum Gothic.

Außergewöhnliche Musik für dunkle Stunden, die Neuauflage von "Van Records" lohnt sich in jedem Fall und bietet neben der schaurig-schönen Musik auch eine äußerst wertige Aufmachung - wie immer bei dem Label.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Alex M. (15.09.2015)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Nordic Union
ANZEIGE