RAM - Svbversvm

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VÖ: 30.10.2015
Bandinfo: RAM
Genre: Heavy Metal
Label: Metal Blade Records
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Lineup  |  Trackliste

Eine der besten wie unterbewertetsten Heavy Metal-Bands überhaupt unterstreicht auch mit ihrem neuen Dreher ihren Ausnahmestatus. Der letzte Aufschrei der Schweden war auf der gelungenen Split mit PORTRAIT zu vernehmen. „Svbversvum“ ist nun der nächste Longplayer auf dem schon recht langen Kreuzzug zur Eroberung des Metalthrons. Auf den einschlägigen Festivals amtlich abgefeiert, sind RAM allerdings noch immer nicht in den Focus der breiteren Metal-Community gelangt, was sich aber mit dem vorliegenden Kracher blitzartig ändern sollte, ja muß! Die Neue ist vollgepackt mit superben Metal-Hymnen, die sich die Klinke nur so in die Hand geben. „Return Of The Iron Tyrant“ huldigt wieder einmal dem Tyrannen und ist ein würdiger Opener. Doch wo auf vielen Alben der Einstiegstrack oftmals schon das Qualitätsmaximum darstellt, fangen RAM erst richtig an, metaltechnisch zu zaubern! Es geht Schlag auf Schlag, das fantastische „Eyes Of The Night“ besticht mit einem tollen Refrain, „The Usurper“ schreitet mächtig und huldigt von Beginn an den großen JUDAS PRIEST (ohnehin einer der größten Einflüsse der Schweden) und präsentiert Metal so, wie man ihn von den einstigen Metal-Gods auch heute noch am liebsten hören möchte, von den geilen Gitarrenharmonien nicht zu reden! Wie die ganz Großen zaubern RAM einen Killertrack nach dem anderen aus dem Hut, wie es zuletzt in Bezug auf Hitdichte und Qualität WOLF vermochten. „Holy Death“ fegt mit schneidigem Riffing und geiler Rhythmik daher, der Refrain lädt ebenso wie zuvor das kernige, das Tempo anziehende „Enslaver“ amtlich zum Mitbrüllen ein.

„Terminus“ als Synthie-Instrumental-Interludium ist eine geile John Carpenter-Achtziger Referenz und leitet in „The Omega Device“ über, das wieder nostalgisches PRIEST-Feeling heraufbeschwört.  Das bärenstarke Organ von Fronter Oscar Carlquist (man höre etwa den Scream!) begeistert ein ums andere Mal und spätestens der gelungene Refrain zwingt in Verbindung mit dem kernigen Riffing jeden in die Knie. Wer hier keine Gänsehaut bekommt, der kann kein „Guter“ sein. „Forbidden Zone“ heißt der nächste Brecher, der mit gekonntem Songaufbau, dramatischem Mittelteil und Melodieführung besticht, während das rollende „Temples of Void“ mit zunehmender Spieldauer an Dramatik gewinnt, wenn mächtige Männerchöre ertönen und der Song in BATHORY-Gedenk-Epik endet. Beim Titeltrack (fetter Riff!) darf Sänger Oscar noch einmal sein Organ strapazieren, bevor 50 Minuten des besten Heavy Metals des Jahres 2016 leider viel zu früh zu Ende gehen. Klar lehnen sich RAM an PRIEST usw. an, aber sie zocken Heavy Metal so, wie er heutzutage klingen sollte, knackig, feurig, auf den Punkt, mit Eiern, ohne ausladend-uninspirierte Experimente und Soundlandschaften, zeitgemäß produziert und ohne den „alten“ Werte aus den glorreichen Tagen untreu zu werden. Die mächtige Packung voller griffiger Edelstahl-Epik und schnittiger Smasher ist eine echte Machtdemonstration der Schweden, eine perfekte Fusion aus treibender Power, unbändigem Riffing und heroischen Melodien. RAM überzeugen mit Power-Hymnen a la PRIEST, aber eben mit dem Gütesiegel "Made In Sweden"!

 



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (25.10.2015)

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