EKTOMORF - Aggressor

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VÖ: 23.10.2015
Bandinfo: EKTOMORF
Genre: Thrash Core
Label: AFM Records
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

"Stumpf ist Trumpf", lautet wohl das ohnehin abgedroschene Motto des ungarischen Neo-Thrash-Dauerfeuerkommandos EKTOMORF, auf das man das Wort "abgedroschen" ebenfalls schneidern kann. Etwas mehr als ein Jahr ist seit dem überraschend soliden "Retribution" verstrichen und mit "Aggressor" steht am nahenden Ende des diesjährigen Oktobers bereits der nächste vollwertige Rundling an. Den dänischen Produzenten Tue Madsen wird's freuen: Ist er Single, hat er zumindest ein paar sympathische Dauergäste in seinem Studio, die der Einsamkeit den Kampf ansagen. Bleibt für den Mann aus wirtschaftlicher Sicht zu hoffen, dass er den Jungs früher keine Dauerkarte angeboten hat, denn die dürfte sich bei Zoltan Farkas und Co. kaum gerechnet haben.

So oder so: EKTOMORF sind mal wieder am Start und erwecken allmählich den Eindruck, als würde ihnen ab und an mal ein gutes Album à la "Destroy", "Outcast" oder zuletzt eben "Retribution" glücken, danach aber viel B-Ware entgleiten. Vielleicht ist es aber auch so, dass nach jeder Studio-Session eines der genannten Kracher einfach so viele Songs übrig geblieben sind, dass man davon einfach in den darauffolgenden Jahren ein paar Longplayer in's Rennen geschickt hat, mit denen man selbst einen EKTOMORF-Diehard-Fan foltern konnte. Man kann es drehen und wenden wie man will, aber auch "Aggressor" vermittelt eher den Eindruck einer Nachgeburt als den eines echten Wunschkindes. Deswegen halte ich mich an dieser Stelle so knapp wie möglich: Das orientalische Intro ist ganz brauchbar, die Corpsegrinder-Kollaboration "Evil By Nature" (oder doch "You Can't Get More"? scheinbar ist die Promo falsch getaggt) trotz repetitiven Riffings ebenfalls. Dazu gesellen sich mit "Move On" und "Eastside" zwei fesche Walzattacken, nur war's das dann leider auch schon mit der Brauchbarkeit.

Bleibt für Tue Madsen und seine treuen "Lebensgefährten" zu hoffen, dass das zwischenmenschliche Verhältnis noch nichts mit dem eines alten Ehepärchens zu tun hat. Nur leider verdichten sich die Anzeichen zunehmends, denn mit dem fehlenden Feuer des völlig fehlbetitelten Aggressors und dem Auftischen des immergleichen Frasses steuern die werten Herren genau darauf zu. Wobei man sich irgendwie schon ernsthaft fragt, was genau der Plan von EKTOMORF überhaupt ist?! Wenn im Vergleich selbst SOULFLY als Innovatoren durchgehen, sollten im dänischen Antfarm Studio sämtlichste Alarmglocken läuten. Falls nicht, sei der Belegschaft dringendst ein Elektriker empfohlen.



Bewertung: 1.5 / 5.0
Autor: Pascal Staub (17.10.2015)

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