Christian Death - The Root Of All Evilution

Artikel-Bild
VÖ: 16.10.2015
Bandinfo: CHRISTIAN DEATH
Genre: Gothic Metal
Label: Season of Mist
Lineup  |  Trackliste

Acht lange Jahre mussten Fans der "einzig wahren" Gothic Band CHRISTIAN DEATH (so die mutige Bezeichnung im Press Kit) auf eine neue Veröffentlichung warten. Valor Kand, der verbliebene Mastermind nach dem viel zu frühen Freitod von Rozz Williams, legt mit "The Roots Of Evilution" ein durchwachsenes Album vor. 

Dass CHRISTIAN DEATH - Fans in zwei Lager gespalten sind, ist ein offenes Geheimnis; da gibt es die puren Gothic-Rocker, die nur Williams' Werke anerkennen und diejenigen, die auch mit Kand's etwas experimentellerem Sound was anfangen können.

Kand und seine Co-Sängerin Maitri (was im Sanskrit Freundschaft bzw. Güte bedeutet) haben sich auf "The Roots Of Evilution" wohl einen ganz besonderen Spass daraus gemacht, auch noch die letzte treue Gefolgschaft vor den Kopf zu stoßen.

Obwohl das Album mit dem namensgebenden Titeltrack eine gelungene Mischung aus Spoken Word und Gesang startet, ist bereits mit Song Nummer Zwei, "This Cross" die Luft raus. Derart uninspirierter Gothrock mit Folk-Einschlag ist schuld daran, warum Deathrocker oder Gothrocker in deutschsprachigen Gefilden noch immer unter Gruftis bekannt sind und gerne belächelt, wenn nicht ausgelacht werden. Bei "FEMA Coffins" werden Verschwörungstheorien in treibende Gitarrenriffs verpackt (MK Ultra get's me high, FEMA Coffins when you die), die in "Illuminazi" gleich eine Fortsetzung finden. Ach herrje.

"We Have Become" ist Song Nummer sechs und der einzige Song, auf dem Maitri's nervende Stimme nicht zum Einsatz kommt - der einzige Lichtblick in einem Morast voller Schmarrn. "We Have Become" hat tatsächlich einen gotischen Verve, die Melancholie kommt richtig rüber. Ein bisschen meint man, Rozz Williams hat kurz aufgehört, im Grab zu rotieren, aber dann ist Maitri wieder da. Was die Dame dazu geführt hat, sich "Güte" zu nennen, mögen nicht mal die Gothic-Yoginis verstehen. Und die verstehen viel.

Alles in Allem zeigt "The Roots Of Evilution" eindrucksvoll, dass es manchmal besser ist, eine Legende Legende bleiben zu lassen, und sie nicht um des Geldes Willen wieder und wieder zu beleben und noch den letzten Geldsaft aus ihr rauszupressen. 



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Suzy (01.11.2015)

WERBUNG: Area 53 Festival 2019
ANZEIGE
WERBUNG: Escape
ANZEIGE