Firespawn - Shadow Realms

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VÖ: 13.11.2015
Bandinfo: FIRESPAWN
Genre: Death Metal
Label: Century Media Records
Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Wenn der Gehörnte spricht, dann haben wir ja mit gespitzten Lauschern zuzuhören. So geschah es, als die neue Death Metal-Supergroup kürzlich ihre durchdringende und starke Single „Lucifer Has Spoken“ auf den Markt brachte. Und man hörte gerne zu, so gelungen war der höllische Vorbote. Nun fährt der Höllenfürst aber die volle Ladung auf und läßt dem Vorabzüngeln nun die großflächige Feuersbrunst folgen. Die Boten der Hölle, welche unter dem Banner FIRESPAWN marodierend und brandschatzend durch die Lande ziehen, tragen wohlklingende Namen und haben sich ihre Sporen schon in verdienten und legendären Härtnercombos verdient. Die Söldnertruppe rekrutiert sich aus der Death Metal-Legende ENTOMBED (A.D.) (Röhrhirsch Lars Göran Petrov und Sixstringer Victor Brandt) und den Dunkelfeuer-Meistern NECROPHOBIC (Höllentöner Alex Friberg und Saitenquäler Fredrik Folkare, der auch in Diensten UNLEASHED´s steht). Komplettiert wird dieses Genrestaraufgebot von Kesseldrescher Matte Modin (zuletzt dem Kommando von SKINEATER sowie ehemals DARK FUNERAL und den legendären DEFLESHED unterstellt). Der Kenner schnalzt bei diesen wohldröhnenden Namen mit der gespaltenen Zunge, die Erwartungshaltung an „Shadow Realms“ verdoppelt sich reflexartig.

Eingeläutet wird das Death-Manifest von einem unheilschwangeren Intro, dem das prächtig-wütende "The Emperor" (bereits bekannt von der Vorab-7“) folgt, ein Eingangs-Highlight auf "Shadow Realms". Matte Modin darf zeugeln was die Schießbude hält, so kraftstrotzend muß das klingen! "Imperial Burning" nimmt gleich darauf Tempo heraus und punktet - ebenso wie später "All Hail" (samt choralem Chorus) - im gedrosselten, sägenden und beständig niederringenden Death n´ Roll-Style. "Spirit Of The Black Tide" übt sich eher auf der technisch versierten Seite, hier dürfen die Musiker loslegen und auftrumpfen, während sie bei der fetzigen Abrißbirne "Ruination" herzerfrischend losbrettern und so das Werk seiner brachialen Bestimmung zuführen. "Necromance" (zum Mitbrüllen) überzeugt ebenso wie der drückende Titeltrack mit Härte und melodischer Abrundung, während "Ginnunga" noch einmal Modin zaubern läßt und die gekonnte Groove-Riff/Blast-Rezeptur präsentiert, bevor man von "Infernal Eternal" final rausgekickt wird.

So toll die arrivierten Recken auch aufspielen (Petrov etwa röhrt wie ein brünftiger Hirsch) und das Songmaterial natürlich Galaxien von durchschnittlichen Death-Versuchern entfernt ist, so muß dennoch festgehalten werden, dass das Debut dieses Projekts über volle Albumdauer leider nicht über den breit und fett rockenden Charme von ENTOMBED verfügt und auch nicht die heißgeliebte, lodernde NECROPHOBIC-Infernis von der Kette läßt, die man sich vielleicht erwarten würde, sondern jene eher so vor sich hinglimmen läßt. Dennoch trumpfen die arrivierten Recken mit einem Arsenal an deathmetallischen Pflichtübungen im meist gediegenen Schritttempo auf, die manches Mal, aber nicht immer, von einer Kür ergänzt werden. Im Hinblick auf die Verpflichtungen in den Hauptbands darf man gespannt sein, wie es mit diesem Projekt/All Star-Projekt weitergehen wird, die vollen Register hat der Fünfer auf dem Debutalbum jedenfalls nicht gezogen...vielleicht noch nicht? Hier hätte man sich von den Schweden bei solch schwarz-schillernden Namen an Bord noch mehr infernalen Spielwitz, ekstatische Höllenritte und adrenalinstrotzende Durchschlagskraft erwarten dürfen, vor allem angesichts des feurig-bestialischen Albumcovers!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (10.11.2015)

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