NECROGOD - The Inexorable Death Reign

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VÖ: 00.00.2015
Bandinfo: NECROGOD
Genre: Death Metal
Label: Transcending Obscurity
Lineup  |  Trackliste

„Ich muss gestehen, ich hasse Death-Metal – auch wenn ich manchmal einen Song von DEATH poste, damit meine Umwelt glaubt, ich wäre hart. Ja ich verabscheue ihn zutiefst...warum fragt ihr euch? Es ist mir einfach zu primitiv und ich hole mir lieber einen auf FATES WARNING und EVERGREY runter und stelle mir vor, ich wär voll intelläktue… intelliektuä… ihr wisst schon, das was man ist, wenn man was von echter Kunst und Kultur versteht, die vermeintlich so komplex ist, dass man sie nur richtig begreifen kann, wenn man gebildet ist...und was das ist bestimme immer noch ich selber und sonst keiner! Mimimimi!“ Wenn des Lesers Gedankenwelt auch ungefähr so tickt, dann sollte er schleunigst die Finger von „The Inexorable Death Reign“ lassen, es würde einem blasphemischen Eklat gleichen, der unweigerlich die Strafe der Götter des Todmetalls nach sich ziehen würde, solch einen gnadenlosen Artillerieschlag an unwürdiges Regenbogenland-Gewürm zu verschleudern. NECROGOD sind eine Waffe, die es verdient hat, gegen größere Ziele eingesetzt zu werden – man denkt hier eventuell an die atomare Pulverisierung einer Bar voll mit Bobo-Hipstern, die sich im Craft-Beer-Delirium befinden, oder dieser eine Moment, wenn du mit einem Königstiger das nächste WANDA-Konzert zu einem homogenen Brei verarbeitest, der zwar aus Fleisch und Blut, jedoch aus relativ wenig Hirn besteht. Wobei die Stupidität und die Anbetung des Stumpfen, im Gegensatz zur Fischvergiftung, keinesfalls auf die Zusammenarbeit des schwedischen Gitarrenfolterers Rogga Johansson (Ex-PAGANIZER, Ex-SOULBURN, Ex-THE-GROTESQUERY, Ex-die-Liste-wird-zu-lang) und Blutkehle Ronald „The Master Butcher“ Jimanez, der im Gegensatz zu seinem fröstelnden Kollegen aus dem sonnigen Costa-Rica stammt, zutrifft. Tropische Romantik mit tanzenden, willigen Südseeinsulanerinnen gibt es von NECROGOD aber keinesfalls geliefert – außer man findet „The Beach“ wirklich geil, und das auch nur weil der bekiffte Typ von einem Hai zerfleischt wird. Im Gegensatz zu Leonardo DiCaprio, werden sich diese begnadeten Meister des Old-School-Deaths der Marke „ASPHYX meets ENTOMBED“ keinesfalls für ihr Werk schämen müssen – „The Inexorable Death Reign“ hat alles, was man sich von einer ausgeklügelten Schlachtplatte wünscht – ein taktischer Erfolg am Schlachtfeld… Achtung, Division rollt!  

Wenn einen dann schon der erste Riff trifft, wie Schrapnellsplitter weiches Fleisch, dann weiß man, dass NECROGOD keine Gefangenen machen werden – der Feind wird gnadenlos exekutiert und den Würmern zum Fraß vorgeworfen. „The Inexorable Death Reign“ besticht wahrlich mit seinen MG42-Salven, einem Riffgewitter, das zwischen schwerlastiger Asphyxie und Blitzkrieg-Strategie pendelt – Hauptsache es fließt das Blut in Strömen! Stören könnte man sich eventuell an der zu sauberen Kriegsführung an der Gefechtsbatterie – die kommt nämlich voll elektronisch aus dem Rechner, aber alles kann man wohl auch nicht selber machen und dies schmälert jetzt auch nicht wirklich das Vergnügen an der Todes-Langrille, denn Nummern wie „Worms In Holy Flesh“ oder „Human Misery“ sind nicht zuletzt aufgrund des düster-würgenden Gegurgels des Master-Buchters ein Festfressen für die Sicko-Fraktion mit Landminenfetisch. Ein Chirurg schneidet präzise, ein Feldchirurg verwendet die Knochensäge und amputiert im Minutentakt und NECROGOD lassen meist sowieso nichts mehr zur Rettung für die Mediziner übrig – „Skull Crushing Death“ gleicht da schon fast einer Kesselschlacht und alle Veteranen wissen: „Ein Kessel ist dazu da, das Fleisch zu kochen bis es von den Knochen fällt!“ Wenn einem nach 21 (viel zu kurzen) Minuten das Blut noch nicht gefroren ist und man nicht mit Stahlhelm und Feldspaten bewaffnet im Garten Stacheldrahtbarrieren errichtet und Schützengräben aushebt (Hallo Herr Nachbar, dafür gibt’s das EK.I.), dann sollte man vielleicht doch auch auf die „intellektuelle-Schiene“ wechseln und hoffen, doch irgendwann einen Bartwuchs auszubilden… die Warheads laden derweilen schon durch und entsichern. Bleibt nur zu sagen, wer sich als Krawall-Fan eine Killer-Kombo wie NECROGOD nicht ins Plattenregal stellt, ist selber schuld… Into darkness I can feel malevolent decay, into darkness bloody rituals for a soul insane!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Laichster (12.11.2015)

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