Kampfar - Profan

Artikel-Bild
VÖ: 13.11.2015
Bandinfo: KAMPFAR
Genre: Black Metal
Label: Indie Recordings
Lineup  |  Trackliste

In einem Anflug von Kreativität ballern KAMPFAR keine zwei Jahre nach der letzten Scheibe (auch der letzten für ihr langjähriges Label Napalm Records) schon den Nachfolger in die Landschaft. Ein Album, mit dem sicherlich so niemand gerechnet hat. "Profan" macht relativ konsequent Schluss mit den "ohoho"-Chören der letzten 20 Jahre und vor allem dem ziemlich verkopften, progressiven Black Metal von "Djevelmakt", das man rückblickend fast als eine Scheibe sehen muss, mit der sich die Band aus dem Vertrag mit einem Label herausgewunden hat, das nie so recht zu ihnen passen wollte.

So zeigt sich "Profan" mit seinen sieben überschaubar langen, insgesamt sehr knackigen Songs als erstes reines Black-Metal-Album der Bandgeschichte. Kein Viking Metal mehr, keine folkigen Melodien, keine Klimpergitarren und extrem zurückgefahrene Synthesizer-Einsätze. Stattdessen präsentiert sich die Band kraftvoll und gitarrenlastig, durchaus erfrischt und befreit von unnötigem Ballast, und insgesamt Welten straighter und schneller als zuvor. Wohl scheint die Handschrift Dolks im Riffing, im Arrangement und vor allem in seinem sehr knurrigen Gesang immer wieder klar durch, aber das Grundgefühl des Albums ist mächtig kälter und abweisender als auf allen KAMPFAR-Alben der letzten knapp zehn Jahre. Hier und da gibt's noch düster-bedrohliche Backgroundgesänge (z.B. im ohnehin hervorragenden "Daimon"), allerdings eingebettet in erstaunlich viele Uptempo-Parts. Auch die unterkühlt-verhallte Abyss-Produktion passt erstmals tatsächlich zur Atmosphäre der Platte.

Woran es "Profan" mangelt, sind Hinhörer der Marke "Lyktemenn", "Ravenheart" oder natürlich "Hymne". Das ist allerdings auch die Konsequenz, wenn man sich düsterer und nebelverhangener gibt - "hey, hey, hey!" und Mitsingspielchen sind da eben nicht mehr drin. Das Album besticht insgesamt eher durch eine überdurchschnittliche Qualität über die ganze Laufzeit als durch einzelne Höhepunkte, wobei gerade die letzten beiden Tracks in der Gesamtschau etwas abfallen. Dafür sind Tracks wie der spritzige Opener "Gloria Ablaze" und das schon genannte "Daimon" als definitive Klimax-Tracks, die an der oberen Qualitätskante der KAMPFAR-Diskographie hängen. Vielleicht kein Klassiker, aber für eine Band mit über 20 Jahren auf dem Buckel ein Album mit mächtig dicken Eiern. Gut gemacht.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Florian Dammasch (15.11.2015)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: IMMORTAL - The Seventh Date Of Blashyrkh
ANZEIGE