Killing Joke - Pylon

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VÖ: 23.10.2015
Bandinfo: Killing Joke
Genre: Industrial Metal
Label: Spinefarm Records
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Lineup  |  Trackliste

Die Post-Punk Pioniere KILLING JOKE haben von Anfang an nicht nur unzählige Bands wie METALLICA, NINE INCH NAILS, FAITH NO MORE oder SOUNDGARDEN inspiriert, sie konnten über all die Jahre obendrein auch noch mit einer beeindruckenden musikalischen Evolution aufwarten. Nach einer kurzen, aber durchaus erfolgreichen Synth-Pop Phase in den 80ern ging es immer mehr in Richtung Industrial-Rock, wobei es ihnen tatsächlich gelungen ist (vom umstrittenen „Outside The Gate“ Album vielleicht einmal abgesehen), in 35 Jahren kein einziges schwächeres Album zu veröffentlichen. Und auch ihre 15. Studioplatte „Pylon“, die bereits dritte seitdem man sich 2008 wieder in der Originalbesetzung zusammengefunden hat, bildet da keine Ausnahme.

Obwohl die Mitglieder allesamt schon auf die 60 zugehen, klingen KILLING JOKE um keine Spur weniger wütend als früher, und auch textlich sind sie mitnichten zahmer geworden. Gemeinsam mit den beiden Vorgängeralben bildet „Pylon“ eine Trilogie, und dieser krönende Abschluss ist zweifelsohne besonders heftig ausgefallen. Vor allem das mächtige Eröffnungstrio „Autonomous Zone“, „Dawn Of The Hive“ und „New Cold War“ hat es in sich, denn hier wird gleich von Anfang an eine bedrohliche Stimmung erzeugt, die den Hörer sofort in ihren Bann zieht. Es ist immer wieder faszinierend, wie sie aus einer einzigen genialen Idee derart lange, monotone Songs zaubern können, die jedoch zu keiner Sekunde langweilig werden. Erst der vierte Song „Euphoria“ kann für etwas Entspannung sorgen, da man hier plötzlich eine deutlich melodischere Richtung einschlägt, die es schafft, zugleich eine nostalgisch schöne Melancholie zu erzeugen. Überhaupt setzt man nach dem homogenen ersten Drittel nun vermehrt auf Abwechslung, „Big Buzz“ könnte direkt aus den 80ern stammen, „I Am The Virus“ ist eine flotte Industrial Nummer, und „Into The Unknown“ beendet das Album dann wieder genau so episch, wie es begonnen hat.

„Pylon“ enthält alle Markenzeichen, die KILLING JOKE so unvergleichlich machen, seien es Geordies stets markante Gitarrenriffs, Jaz Colemans beschwörender Gesang, oder auch die perfekt abgestimmte Rhytmussektion, der Sound der Band ist immer noch frisch und hat bis heute nichts von seiner Relevanz verloren. Die Platte ist unangenehm, bedrohlich, hypnotisch und rundum faszinierend, und sie klingt darüber hinaus zu keiner Sekunde nach dem Spätwerk einer routinierten Gruppe, weshalb die Höchstnote in diesem Fall mehr als nur angebracht erscheint. 



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: bender (18.11.2015)

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