Sergeant Steel - Riders Of The Worm

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VÖ: 27.11.2015
Bandinfo: Sergeant Steel
Genre: Hard Rock
Label: Boyz Tyme Records
Lineup  |  Trackliste

Liebe Freunde des gepflegten Rocks, machen wir eine Zeitreise in die glorreichen 80er Jahre. Mit an Bord sind Österreichs Hard Rock Band Nr. 1 SERGEANT STEEL mit ihrem neuen Album und Kapazunder wie Mark Slaughter (SLAUGHTER, VINNIE VINCENT‘S INVASION), Kane Roberts (ALICE COOPER, KISS, Desmond Child) und Produzentenlegende Michael Wagener (QUEEN, OZZY, METALLICA u.v.a.). Diese personelle Konstellation sollte für Qualität sorgen, war doch schon der Vorgänger „Men On A Mission“ musikalisch ein voller Erfolg und  eigentlich schwer zu toppen. „Riders Of The Worm“ nennt sich das neue Opus der fünf jungen Linzer und, ich kann es vorwegnehmen, das Niveau kann nicht nur gehalten werden! Geboten wird Hardrock mit einem breiten musikalischen Spektrum auf internationalem Level ohne altbacken oder abgelutscht zu wirken. „Riders Of The Worm“ hat alle Ingredienzen, die eine erstklassige Hard Rock Scheibe enthalten muss: prägnante Riffs, tolle eingängige Melodien, überragende Instrumentierung, mal dominante Keyboards, mal dominante Gitarren, ein Sänger mit vielen Facetten, abwechslungsreiches Songwriting, alles verpackt in perfekter Produktion. Es dominiert Abwechslung und Vielseitigkeit, aber kein Misch–Masch aus verschiedenen Stilen.

Die stadiontaugliche Hymne mit tollen Riffs, "Happy Time (Love On Demand)ist ein würdiger Opener. „Dirty Habits“ bedeutet klassischer Hardrock mit Ohrwurmcharakter, wobei die Orgel mächtig antreibt. Das passende, witzige Video gibt’s auf YouTube.

Das folgende „Silver Spoon“ bringt Melodic Rock-Anleihen, wieder mit Top-Keyboard-Einsätzen und treibenden Gitarren, der super Refrain geht nicht so schnell aus dem Gehörgang. Absolut hitverdächtig, auch weil Gitarren-Athlet Kane Roberts ein typisches Solo beisteuert. Was der nächste Titel schon andeutet („Where My Heart Is“), ist die unvermeidliche 80er-Ballade mit Streichern und Piano. BON JOVI stand bei diesem Love Song Pate. Ein Highlight jagt das nächste: „Young & Hungry“: Glam/Sleaze meets Southern Rock. Nicht verwunderlich, dass Michael Wagener ihn als seinen Lieblingssong bezeichnet, auch weil sich Top Star Mark Slaughter mit Phil Vanderkill stimmlich glänzend duelliert. Dazu gibt’s ein empfehlenswertes Lyric-Video auf YouTube.

Ein Temporocker erster Güte ist „Only Good Girls Love A Rock n Roll Boy“. Poserrock mit Klischeetext, wie ihn POISON, GUNS N´ ROSES oder MÖTLEY CRÜE nicht besser hingekriegt hätten. Posermäßig geht’s mit „Hot Widow“ weiter. Der unglaublich präsente Phil schreit sich die Seele aus dem Leib, aber wie immer songdienlich. Ein OZZY-Voicedouble leitet den nächsten Song ein: „Mr. Right“, das großartige funkige Bläserensemble unterstreicht einmal mehr die Vielseitigkeit der Band. Mit einem unwiderstehlichen Refrain und einem interessanten indischen Sitarintro wartet das metallastige „Can’t Take My Hands“ auf. Classicrocker werden bei „Rock’n’Roll Highway jubeln, ein geradliniger Uptemporocker mit dreckigen Gitarren, dreckigem Refrain, dreckigen Bassläufen, nicht zufällig wird lauthals intoniert: „I Can Feel The AC, I Can Feel The DC….“. Wir fahren nicht auf dem "Highway To Hell", sondern To Rockheaven. Mit dem feinen und nie langweiligen Instrumental „Samsara“ fühle ich mich in meine Jugend, genauer in die Jahre 1967/68 versetzt. Psychodelische Hippiemusik „zum Nackttanzen ums Lagerfeuer“ (Zitat: Phil Vanderkill). Wir bleiben in ruhigeren Gefilden, nun werden die Wunderkerzen ausgepackt, atmosphärisch unglaublich dicht mit viel Feeling: „Promised Land“ ist eine perfekte Akustik-Piano Ballade, nicht mehr und nicht weniger. Zum Finale wird das Gaspedal wieder niedergedrückt: „Trouble Maker“, ein Rock’n’Roll-Stampfer, super eingängig mit viel Groove, bei dem niemand ruhig sitzen kann. Als Bonustrack goes SERGEANT STEEL Hip Hop: „Dirty Habits“ 54 Sekunden im Stile von THE BEASTIE BOYS. Why not?, interessant auf jeden Fall!  

Riders Of The Worm“ ist eine unbedingte Empfehlung an alle, die klassischen, abwechslungsreichen Hard Rock mit Melodic-, Glam-, Sleaze- und Metalanleihen lieben. SERGEANT STEEL legen zum dritten Mal ein Top Album vor, das auch international für Furore sorgen kann und hoffentlich wird.

Das Interview mit Phil Vanderkill zu "Riders Of The Worm" findet ihr hier.

 



Bewertung: 5.0 / 5.0
Autor: Wolfgang Kelz (15.11.2015)

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