Conan - Revengeance

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VÖ: 29.01.2015
Bandinfo: Conan
Genre: Stoner Metal
Label: Napalm Records
Lineup  |  Trackliste

„Man hat mir gesagt, daß du kommst. Aus dem Norden kommst du. Sie haben mir von deinen Riesenkräften erzählt. Du bist ein Eroberer. Eines Tages wirst du dich selbst zum König krönen. Zermalmen wirst du die Schlangen dieser Erde!“ Gleich wie die steirische Eiche einst in ihrer epochalen und nie wieder an tiefsinniger Sozialkritik geschlagenen ersten Rolle als Barbarenberserker, so zermalmt auch der englische Namensvetter der Feinde Reihen – wobei der Hammer eher die Waffe der Wahl ist, denn der exakte Schnitt des Schwertes liegt den Barbaren nicht so im Blut, wohl eher die Asphyxie unter einer zähen Masse aus Wüstenstaub und nordischem Heldenkult. UFOMAMMUT und KARMA TO BURN treffen sich zum Sit-In und nach dem ein oder anderen Ofen beschließt man, beim Drachenboot die Segel zu setzen und sich gemeinsam mit Wickie das Koks unter die Nase zu reiben. Zwischen ruhmreicher Schlacht und abgespactem Trinkhornsaufgelage mit Schwammerlzusatz kommt man trotz williger Hippie-Viking-Bräute nicht darüber hinweg, dass sich „Revengeance“ zwar überaus ambitioniert und spielerisch hochwertig präsentiert, jedoch Experimente (bis auf die eigene Schwammerl-Met-Mischung) gänzlich vermeidet. Der Doom-Einheitsbrei walzt einmal mehr ohne sich sein eigenes Charakteristikum zu schaffen.

Jener verhehrende Fehler zieht sich quer durch die dritte Langrille der englischen Doom-Barbaren, auch wenn „Throne Of Fire“ oder „Wrath Gauntlet“ mit ihrer drückend-düsteren Kombination aus erstarrenden Riffs und niederschmetternder Kriegstrommel Schädel spalten und Gehirnmasse verteilen – der Axt gelingt es jedoch nur, sich halb durch den Torso zu schneiden, zur Teilung des Menschenfleisches in zwei blutige Hälften bedarf es dann doch größerer Brachialität und vor allem der Schärfe des Werkzeugs: Nur dem Schwert kannst du vertrauen! Und "das Schwert ist nur so gut, wie der Körper, der es führt", so lehrte uns einst schon Thulsa Doom. Und unser CONAN ist wohl wahrlich noch kein wahrer Beherrscher der Schlachtfelder, auch wenn er sich sichtlich Mühe gibt, zu einem solchen heranzuwachsen. Nach dem Erklingen von „Revengeance“ aus der Stille der Leichenberge über dem Schlachtfeld bleibt doch eine unbehagliche Orientierungslosigkeit zurück – keine, die dir selbst den weiteren Weg verschließt, doch eine solche, welche die Fragen offen lässt, ob der Krieger stehen bleiben wird oder er es doch schaffen wird, seinen eigenen Weg zu gehen. Zu hoffen sei es, denn Potential hätte er genug. „Die Asche wurde in die Erde gestampft und das Blut wurde zu Schnee. Niemand weiß, was sie suchten. Suchten sie Schwerter aus Stahl, um zu morden?“

 



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Laichster (22.01.2016)

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