Lausch - Glass Bones

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VÖ: 09.10.2015
Bandinfo: LAUSCH
Genre: Alternative Rock
Label: Panta R&E
Lineup  |  Trackliste

"Darfs ein bisschen mehr sein?" Wovon eigentlich mehr? Von allem, natürlich! Album Nummer vier gibt es von den experimentiellen Alternative-Rockern von LAUSCH inzwischen zum Erwerb und unter dem Titel "Glass Bones" scheren sich die drei Musiker unter Leitung des namensgebenden Bandchefs Alexander Lausch, wie schon auf den Vorgängern, erneut einen feuchten Kehricht um Genrekonventionen und folgen kompositorisch ihrem Herzen. Das kann hart und spröde sein, doch gleichzeitig auch filigran und zerbrechlich - so wie das aus Porzellan gefertigte Pendant des minimalistischen, aber wirkungsvollen Coverartworks, das die Gesamtheit von "Glass Bones" perfekt wiederspiegelt.

Musikalisch fischt man in alternativen Gefilden, mit einem Schuss Indie, einer Prise Funk und einer großen Portion Experimentalität, die in manchen Momentan auch beim Rezensenten an verschlossenen Türen mit der Vorsilbe "Post-" klopft. Die Post bringt aber bekanntlich allen was, und so ist auch bei LAUSCH für jeden etwas dabei. Das Begleitschreiben kleidet das wie folgt in Worte: "Der in den neun Songs thematisierte Kampf zwischen starrer Härte und weicher Flexibiltät zitiert u.a. Salvador Dalí und Lao-Tse. Er spiegelt sich in Text und Musik wieder, erzählt in packenden Strophen, getragen von emotionsgeladenen Refrains und gespickt mit abwechslungsreichen Gitarrenriffs." Das kann man so eigentlich schon stehen lassen.

Gelegentlich geht das ureigene Sound-Universum, das LAUSCH kreieren wie bei "A Game Of Fools" in eine gesanglich fast poppige Richtung, dann wird es melancholisch ("Twenty Seconds") und schließlich gibt es wieder eine volle Breitseite an Verschrobenheit wie bei "Here I Stand". Highlight des Albums sind kauzige Songs wie "Salvador's Pain" oder auch das rotzige "Tortoise", sowie der abwechslungsreiche Titeltrack "Glass Bones" mit seiner enorm starken Gesangslinie. Überhaupt gehört die gesangliche Leistung vom Bandnamen-Verleiher Alexander zu den größten Stärken des Albums - mühelos schlägt er den Bogen zwischen melodiösen Gesangslinien, rockiger Attitüde und filigranen, fast zerbrechlich wirkenden Passagen. Kompakter, erdiger Sound rundet das Gesamtpaket ansprechend ab, lediglich hinten raus hat man gelegentlich das Gefühl, dass zugunsten prägnanterer Gesangsstrukturen die Instrumente ein klein wenig schwammiger gemischt sind.

In der Kürze liegt die Würze - was kann man also abschließend über "Glass Bones" von LAUSCH sagen? Ein alternatives, experimentielles Album voller Herzblut, das jeden zufriedenstellen sollte, der sich außerhalb ausgetretener musikalischer Pfade bewegt - eine Vertonung der Gemälde von Salvador Dalí sozusagen. Für so manchen mag es allerdings auch zu kauzig und zu schräg sein - doch das muss dann jeder mit sich selbst ausmachen. Von mir gibt's jedenfalls ein "Daumen hoch" für ein unterhaltsames Album, das sich nicht so schnell abnutzt.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Anthalerero (04.12.2015)

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